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So, 3. Juli 2022, 11:38 Uhr

FX-Märkte Status quo dürfte nicht lange dauern


20.08.07 11:39
HypoVereinsbank

München (aktiencheck.de AG) - Es war die wohl spektakulärste geldpolitische Entscheidung seit Jahren, so die Analysten der HypoVereinsbank.

Als Beitrag zur Stabilisierung der ins Schleudern geratenen Finanzmärkte habe die FED am Freitagnachmittag den Diskontsatz um 50 BP von 6,25 auf 5,75% gesenkt, die Bereitstellung kurzfristiger Mittel verlängert und sich weitere Aktionen vorbehalten. Darüber hinaus habe die FED in ihrem begleitenden Statement die von den Marktturbulenzen ausgelösten konjunkturellen Abwärtsrisiken erwähnt.

In der ersten Reaktion hätten die Aktienmärkte ins positive Terrain gedreht, die Bondrenditen hätten sich von ihren extremen Tiefstständen gelöst, die Carry-Trade-Investoren hätten wieder Lunte gerochen und Hochzinswährungen gekauft, und der US-Dollar habe flächendeckend an Boden verloren.

Bezüglich der überraschenden FED-Aktion stelle sich die Frage, ob sie ein genialer Schachzug oder ein Schuss ins Blaue sei. Den ersten Marktreaktionen zufolge müsse man zweifellos ersteres konstatieren. Die gewünschte Beruhigung sei eingetreten. Allerdings habe die FED mit ihrem Schritt nun die Spekulationen hinsichtlich einer Senkung ihres offiziellen Leitzinses, der FED-Funds-Target-Rate, für den 18. September kräftig angeheizt.

Sollten FED-Offizielle bei verschiedenen Gelegenheiten in den kommenden Tagen und Wochen diesen, aus Sicht der Märkte, unvermeidlichen nächsten Schritt für nicht notwendig erachten und bliebe die Markterwartung letztlich tatsächlich unerfüllt, bestünde das hohe Risiko, dass sich die Karawane der Finanzmärkte auf den bis Freitag beschrittenen Pfad zurückbegebe, einschließlich einer Fortsetzung des Carry-Trade-Unwinding-Prozesses.

Senke hingegen die FED in der Tat ihren Leitzins, bestünde die Gefahr, dass nicht nur der Liquiditätsengpass beseitigt werde, sondern die gegenwärtig seitens der Finanzinstitute aus Angst vor einer Ausweitung der Subprime-Krise zurückgehaltenen Mittel den Markt zusätzlich überfluten würden und letztlich die Negativerfahrungen aus den vergangenen Wochen sehr schnell (zu schnell) abgeschüttelt würden. Für die Währungsmärkte hieße dies unter Umständen eine Rückkehr zum alten Muster. Nicht nur wären Carry-Trades grundsätzlich wieder gefragt, sondern sogar in einem Ausmaß, das sehr schnell wieder an die ursprünglichen hohen Kursniveaus heranreiche - frei nach dem Motto: "Uns kann nichts passieren, die FED haut uns schon 'raus".

Es sei schön, dass sich die Märkte beruhigt hätten. Aber sie würden auf dem Status quo nicht lange verharren, sondern vermutlich in eines der beiden Extreme zurückfallen. (20.08.2007/ac/a/m)