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Fr, 2. Dezember 2022, 4:29 Uhr

FED verabschiedet sich vom geldpolitischen Exit


16.08.10 09:07
sunday-market

Bodenheim (aktiencheck.de AG) - Die Ankündigung der FED, aus frei werdenden Mitteln US-Staatsanleihen kaufen zu wollen, wird als quantitative Geldmengenausweitung light verkauft, so die Experten von "sunday-market".

Aus Sicht der Experten stelle es sicher eine Vorstufe zum "QE II" dar, mehr sei aber noch gar nicht passiert. Neu sei, dass die FED nun ein offizielles "Balance-Sheet Targeting" anpeile. Dieses liege bei 2,054 Billionen US-Dollar und damit nur leicht unterhalb der gegenwärtigen Bilanzsumme von 2,330 Billionen US-Dollar. Damit werde deutlich, dass man sich mit diesem Schritt vom geldpolitischen Exit verabschiedet habe. Neue Mittel würden bis dato via Notenbankpresse aber nicht zur Verfügung gestellt. Dieses sei der Status Quo, der aber weder die US-Finanzmärkte noch die US-Wirtschaft ausreichend stützen werde.

Die Experten würden davon ausgehen, dass dieses nur der Anfang sei und sich die US-Politik und die Notenbank von dem Gedanken verabschiedet hätten, dass ohne neue Maßnahmen ein konjunktureller Double-Dip vermieden werden könne. Daher dürfte man ein "echtes" QE II planen, welches mit einer erneut extremen Bilanzverlängerung verbunden sein werde, wenn es zumindest an den Finanzmärkten Stabilisierungserfolge zeigen solle. Für dieses Vorhaben sei der politische Boden aber noch nicht bereitet. Das Anwerfen der Geldpresse wecke natürlich erhebliche Opposition und müsse plausibel begründet werden. Hier aber liege exakt die Schwierigkeit.

Bis vor einigen Wochen habe man noch von einem fortgesetzten Aufschwung und Exit-Strategien geträumt, primär um die Psychologie der Wirtschaftssubjekte positiv zu beeinflussen. Nun müsse aber das exakte Gegenteil vermittelt werden. Nämlich warum man nicht nur auf den geldpolitischen Exit verzichte, sondern neues Geld in die Märkte pumpe. (Ausgabe 426 vom 15.08.2010) (16.08.2010/ac/a/m)