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Mi, 28. September 2022, 14:54 Uhr

Euro-Rentenmärkte volatil


19.03.04 10:17
WGZ-Bank

Die europäischen Rentenmärkte bewegten sich nach unverändertem Start im Laufe des Vormittags zunächst in positives Terrain, so die Analysten der WGZ-Bank.

Im Laufe des Tages seien die Gewinne aber wieder abgebröckelt. Nach der Veröffentlichung der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sei der für das lange Ende der Zinsstrukturkurve repräsentative Bund-Future zeitweise sogar ins Minus gerutscht. Nach weiteren, etwas unter den Erwartungen liegenden US-Daten hätten sich die Rentenmärkte aber wieder erholt. Neben im Tagesverlauf immer weiter nachgebenden Aktienmärkten habe insbesondere ein schwächerer US-Dollar für die Erholung an den Rentenmärkten gesorgt. Per saldo hätten die europäischen Märkte die Berg- und Talfahrt im Vergleich zum Vortag mit leicht höheren Kursen beendet. Die Zinsstrukturkurve habe sich leicht nach unten verschoben. Der US-Rentenmarkt habe sich vor allem nach Handelsschluss in Euroland etwas schwächer gezeigt.

Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seien entgegen den Erwartungen nicht leicht angestiegen, sondern auf das niedrigste Niveau seit mehr als 3 Jahren gefallen. Wenngleich es sich um ein ermutigendes Signal handele, wäre es zu früh, daraus bereits eine nachhaltige Belebung am US-Arbeitsmarkt abzuleiten. Zwar seien die Entlassungen im Vergleich zum letzten Jahr deutlich zurückgegangen, aber die Bereitschaft zum Stellenaufbau sei bei den US-Unternehmen noch gering gewesen. Positiv auf das Einstellungsverhalten dürfte sich aber auswirken, dass sich der Preissetzungsspielraum der Unternehmen in den letzten Monaten offensichtlich etwas erhöht habe. Erstmals seit März 2003 habe sich der Frühindikatorindex dagegen nicht weiter verbessern können. Vor allem das rückläufige Verbrauchervertrauen habe dazu beigetragen, dass der Index im Vergleich zum Vormonat stagniert habe. Auch der Philadelphia FED Index habe etwas unter den Erwartungen gelegen. Trotz des überraschend starken Rückgangs liege er aber noch deutlich im expansiven Bereich. Da bereits der Regionalindex aus New York rückläufig gewesen sei, deute dies auf einen fallenden nationalen Einkaufsmanagerindex hin.

Heute stünden keine Konjunkturdaten an, die das Potenzial hätten, die Rentenmärkte nachhaltig zu bewegen. Die europäischen Rentenmärkte hätten nach den schwachen US-Vorgaben heute etwas leichter eröffnet. Ohne Impulse von konjunktureller Seite erwarte man im Tagesverlauf eine Seitwärtsbewegung. Da die Finanzmärkte noch unter dem Einfluss der erneut aufgekommenen Terrorängste stünden, sei vor dem Wochenende insbesondere nicht mit signifikant nachgebenden Kursen zu rechnen.