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Fr, 30. September 2022, 22:16 Uhr

Euro-Rentenmärkte ruhig


22.03.04 13:01
WGZ-Bank

Im Gegensatz zu den Aktienmärkten ging es am vergangenen Freitag an den europäischen Rentenmärkten sehr ruhig zu, so die Analysten der WGZ-Bank.

Die Kurse hätten sich bei geringen Umsätzen in einer engen Handelsspanne bewegt. Angesichts der US-Vorgaben hätten die Märkte etwas schwächer eröffnet, die meiste Zeit des Tages seien sie auch im Minus geblieben. Dazu habe auch der US-Dollar beigetragen, der im Tagesverlauf etwas aufgewertet habe. Unterstützung hätten die Rentenmärkte von den Aktien erhalten, die ihre anfänglichen Gewinne nicht hätten halten können. Ein zwischenzeitlich erreichtes Plus hätten die Staatsanleihen aber nicht verteidigen können und letztendlich knapp behauptet geschlossen.

Entsprechend habe sich die Zinsstrukturkurve kaum verändert. Im Wochenvergleich sei bei den europäischen Rentenmärkten aber dennoch ein kleines Plus verblieben. Besonders die Rendite der kurz laufenden Anleihen sei zurückgegangen, was - angesichts der fehlenden Wachstumsdynamik in Euroland - vor allem auf wachsende Spekulationen auf eine Zinssenkung durch die EZB im zweiten Quartal zurückzuführen sei. Der US-Rentenmarkt habe im Tagesverlauf etwas schwächer tendiert. Wegen des erreichten Niveaus am US-Markt gingen zunehmend mehr Investoren von einem Kursrückgang bis zum Jahresende aus, was dazu führe, dass die Bereitschaft in US-Treasuries zu investieren, nachlasse. Zur schwächeren Tendenz hätten auch Meldungen über eine möglicherweise bevorstehende Gefangennahme eines hohen Al Kaida-Vertreters beigetragen. Nach Handelsschluss in Euroland hätten sich die Märkte aber wieder erholt. Im Wochenvergleich sei die Zinsstrukturkurve praktisch unverändert geblieben.

Weder am letzten Freitag noch am heutigen Montag würden Konjunkturdaten veröffentlicht, die das Potenzial hätten, die internationalen Rentenmärkte zu bewegen. Am Abend spreche das nicht stimmberechtigte FED-Mitglied Moskow über die US-Konjunkturperspektiven und könnte damit je nach Tendenz seiner Rede zumindest den US-Rentenmarkt noch beeinflussen.

Wenig verändert hätten heute die europäischen Rentenmärkte eröffnet. Angesichts fehlender Impulse sollte sich das ruhige Geschäft heute fortsetzen. Man rechne mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung. Mittlerweile seien die internationalen Rentenmärkte zwar recht hoch bewertet, die aktuell gedrückte Stimmung an den Aktienmärkten sowie das wieder gewachsene Bewusstsein geopolitischer Risiken würden einen signifikanten Kursrückgang kurzfristig aber unwahrscheinlich erscheinen lassen.