Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 4. Juli 2022, 15:04 Uhr

Devisenmärkte wieder kräftiger Risikoappetit


23.08.07 10:45
HypoVereinsbank

München (aktiencheck.de AG) - Nach einer vierwöchigen, zum Teil extremen, Entschlackungskur haben die Devisenmärkte gestern wieder kräftigen Risikoappetit entwickelt, so die Analysten der HypoVereinsbank.

Verlierer seien die so genannten Funding-Währungen - der JPY und CHF plus USD - gewesen, wohingegen sich der AUD (Australischer Dollar) und NZD (Neuseeland-Dollar), aber auch der Euro als Hauptprofiteure ausgezeichnet hätten.

Die Entwicklung sei in zwei Phasen verlaufen. Zunächst hätten die Märkte noch unter dem Eindruck des "Dodd-Effekts" gestanden. Der Vorsitzende des Bankenausschusses im US-Senat habe am Dienstag nach einem Treffen mit Bernanke erklärt, die FED würde alle verfügbaren Instrumente zur Stabilisierung der Finanzmärkte in Betracht ziehen. Fortan habe sich die Markteinschätzung hinsichtlich einer spätestens am 18. September anstehenden FED-Leitzinssenkung verfestigt. Im Zuge der deutlich stabilisierten Aktienbörsen hätten die Carry-Trades wieder Rückenwind verspürt, während dem US-Dollar Gegenwind ins Gesicht geblasen habe.

Der zweite Schub, vor allem zugunsten des Euro, sei erfolgt, als die EZB einerseits die Ausschreibung eines Langfrist-Tenders mit 91 Tagen Laufzeit und einem Zuteilungsvolumen von EUR 40,0 Mrd. bekannt gegeben habe und gleichzeitig habe durchblicken lassen, dass die geldpolitische Einschätzung Trichets vom 2. August (strong vigilance) unverändert fortbestehe.

Die heute früh verkündete Entscheidung der Bank of Japan, die Leitzinsen erneut bei 0,50% zu belassen, sei in diesem Zusammenhang zwar nicht kursbestimmend für die japanische Währung gewesen, habe aber dennoch den bereits etablierten Risikoappetit untermauert.

Bezugnehmend auf ihren eingangs dargestellten Vergleich mit einer Entschlackungskur würden die Analysten zum jetzigen Zeitpunkt durchaus das Risiko eines Jojo-Effekts sehen. Neben den seit geraumer Zeit eingepreisten FED-Zinssenkungen durch die Geldmärkte, zweifle inzwischen auch von Seiten der Volkswirte kaum noch jemand an einer FED-Zinssenkung am 18. September. Das Risiko einer vorzeitigen Aktion werde ebenfalls als nicht unwahrscheinlich betrachtet. Diese Einschätzung alleine dürfte den Risikoappetit zumindest vorläufig aufrechterhalten und die beiden Carry-Trade-Extreme, NZD und JPY, erneut auseinander driften lassen.

Sofern sich an den Märkten darüber hinaus die Auffassung zementiere, dass die EZB nun doch am 6. September die Leitzinsen erhöhe, würde dies insbesondere EUR/JPY zusätzlichen Aufwärtsspielraum bis knapp 160 eröffnen und EUR/USD deutlich über 1,3600 ansteigen lassen.

Die Optionsvolatilitäten seien kurz davor, den Märkten wieder freie Fahrt zu signalisieren. Der VIX-Index sei in den weniger risikobehafteten Bereich unter 25 zurückgekehrt und die 3M-Volas bei EUR/JPY seien kräftig eingebrochen. Ende letzter Woche sei hier ein Höchststand von 19% notiert worden, gestern Vormittag seien es immerhin noch knapp 14% gewesen. Inzwischen liege der Wert bereits bei rund 11%. Zu Zeiten der Hochkonjunktur im Carry-Trade-Universum hätten die Volatilitäten hier zwischen 6,5 und 8,0% gelegen.

Eine extreme Gefahr für diese Korrektur sähen die Analysten der HypoVereinsbank dann, falls neben neuen Schlagzeilen über die Ausweitung der Subprime-Krise die FED ihre Leitzinsen doch unverändert ließe. Zumindest eine Chance zur Vermeidung erneuter Einweg-Wetten bei ultra-niedriger Vola sähen die Analysten, falls die FED einerseits zwar die Leitzinsen senken würde, aber gleichzeitig ihren Schritt als Notfallmaßnahme verkaufen und sich eine Rücknahme, je nach Zustand der Finanzmärkte, vorbehalten würde. (23.08.2007/ac/a/m)




 
Werte im Artikel
0,00010 plus
0,00%