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So, 27. November 2022, 13:59 Uhr

C.Bechstein Pianofortefabrik

WKN: A13SXG / ISIN: DE000A13SXG9

C. Bechstein Pianofortefabrik kaufen


12.10.07 13:15
Falkenbrief

Augsburg (aktiencheck.de AG) - Philipp Leipold, Analyst von GBC Research, empfiehlt im aktuellen "Falkenbrief" die Aktie von C. Bechstein Pianofortefabrik (ISIN DE0005198006 / WKN 519800) zu kaufen.

Die C. Bechstein Pianofortefabrik AG sei nach Steinway der führende Anbieter hochwertiger Flügel und Klaviere. Bechstein biete als Verbund international anerkannter Marken vom erschwinglichen Einstiegsinstrument bis zum Konzertflügel alles aus einer Hand. C. Bechstein sei seit 2006 mit acht eigenen Vertriebszentren in Deutschland vertreten worden. In 2007 sei am Standort Manhattan die Bechstein America, LLC USA als eigenständige Vertriebsgesellschaft für den nordamerikanischen Markt gegründet worden.

Im April 2007 sei die vollständige Übernahme der tschechischen BOHEMIA Piano erfolgt, an der Bechstein zuvor mit 49% beteiligt gewesen sei. In 2006 habe Bechstein rund 40,6% der Umsätze im Ausland erzielt. Die Gründung der C. Bechstein AG gehe bereits auf das Jahr 1853 zurück. Carl Bechstein habe damals die Piano Manufaktur in Berlin gründet.

Das Produktportfolio von Bechstein umfasse selbst gefertigte Klaviere und Flügel, die unter der Marke Bechstein angeboten und das Premiumsegment adressieren würden. Die Mittelklasse werde durch die beiden Marken W. Hoffmann und Zimmermann abgedeckt. In der Einsteiger- und Standardklasse biete Bechstein Klaviere und Flügel der Marken Euterpe und Wilh. Steinman an. Des Weiteren würden die Kunden die Möglichkeit erhalten, die Instrumente über die C. Bechstein Finanzservice GmbH zu attraktiven Finanzierungskonditionen zu kaufen oder zu erwerben. In 2006 habe der Marktanteil der Gesellschaft in Deutschland bei 24% gelegen. In den vergangenen Jahren sei es Bechstein gelungen, sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis stetig zu verbessern.

Der Verkauf von Bechstein Flügeln und Klavieren erfolge sowohl über den Groß- als auch über den Einzelhandel. Im Rahmen eines Einzelhandelskonzeptes sei 1998 die strategische Grundsatzentscheidung getroffen worden, den inländischen Absatz nachhaltig über eigene Vertriebszentren zu sichern und zu steigern. Aktuell betreibe Bechstein 8 eigene Center in Deutschland mit Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Münster und Tübingen. Gemeinsam mit Partnern würden zudem Bechstein-Center in Essen, München und Stuttgart betrieben.

Darüber hinaus sei Bechstein auch international mit eigenen Vertriebscentern präsent. So existiere bereits seit dem Jahr 2004 ein eigenes Center in Holland/Woerden. Das Center habe in den letzten beiden Jahren Verluste erzielt. Der Umsatz in 2006 sollte sich nach Schätzung der Analysten bei rund 1 Mio. EUR liegen. Die Analysten würden jedoch davon ausgehen, dass bereits im laufenden Jahr der Turnaround erreicht und wieder die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft werde.

Auch die Aktivitäten in Osteuropa seien in 2007 weiter ausgebaut worden. So sei bereits im Mai 2007 ein neuer Bechstein Verkaufssalon in Kiew/Ukraine offiziell eröffnet worden, der durch den ukrainischen Generalimporteur betrieben werde. Der Partner betreibe hierbei das Geschäft und trage folglich auch einen Großteil des Risikos. Bechstein unterstütze den Partner vornehmlich beim Marketing. Auch eine geografische Expansion nach Russland könnten sich die Analysten gut vorstellen. Hier halte man St. Petersburg und Moskau als mögliche Standorte für denkbar.

Die offizielle Einweihung des ersten eigenen C. Bechstein Centers in New York (USA) habe im September 2007 stattgefunden. Der neue Salon liege in unmittelbarer Nachbarschaft zum größten Konkurrenten Steinway. Die Vertriebsgesellschaft C. Bechstein Amerika habe bereits Anfang 2007 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. In den ersten sechs Monaten 2007 habe Bechstein Amerika bereits einen Umsatz in Höhe von 1,3 Mio. USD erzielt. Im Zuge der Neueröffnung müsse das Unternehmen höhere Investitionen in Räumlichkeiten sowie in Betriebsmittel- und Erstausstattung tätigen. Die Analysten würden die Investitionshöhe und die Anlaufkosten auf rund 2 bis 3 Mio. EUR veranschlagen.

Im April habe Bechstein die Meldung über den vollständigen Erwerb des tschechischen Flügel- und Klavierherstellers BOHEMIA Piano bekannt gegeben. Zuvor habe Bechstein nur 49% an der BOHEMIA gehalten. In Zukunft werde die übernommene Gesellschaft unter dem Namen C. Bechstein Tschechien firmieren. BOHEMIA Piano habe derzeit zwei Produktionsstandorte in Königsgrätz und Jihlava, wo auch Bechstein bereits ein Werk betreibe. BOHEMIA produziere an den beiden Standorten Klaviere und Flügel, die unter den Marken W. Hoffmann und Bohemia vertrieben würden. Des Weiteren würden Klavier- und Flügelgehäuseteile und weitere Zuliefererteile für das Bechstein-Werk in Seifhennersdorf hergestellt.

BOHEMIA habe im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 7,5 Mio. EUR und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 0,45 Mio. EUR erzielt. Der Jahresüberschuss habe in 2006 bei rund 0,15 Mio. EUR gelegen. Über den Kaufpreis seien keine Angaben gemacht worden, jedoch würden die Analysten erwarten, dass sich der Kaufpreis in einer Größenordnung von 2 bis 3 Mio. EUR bewegen sollte. Mit Vorlage des Geschäftsberichtes 2007 sollte dann auch das Zahlenwerk der BOHEMIA mit einfließen, da Bechstein dann erstmalig einen Konzernabschluss vorlegen werde.

In 2007 würden die Umsätze der BOHEMIA (bereinigt um Innenumsätze) den Konzernumsatz um rund 2 bis 2,5 Mio. EUR erhöhen, da die Konsolidierung zum 30.6.2007 erfolge. Die Analysten würden die Akquisition als einen strategisch guten Schachzug werten, da sich Bechstein dadurch zum einen den Zugang zu neuen Absatzmärkten, insbesondere Skandinavien, eröffne und zum anderen Bechstein auf das bereits bestehende Vertriebsnetzwerk der BOHEMIA zurückgreifen könne.

Die Bechstein AG könne auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2006 zurückblicken. Der Gesellschaft sei es gelungen, die Umsatzerlöse in 2006 um 6,4% von 27,6 Mio. EUR auf 29,3 Mio. EUR zu steigern. Davon seien knapp 11,9 Mio. EUR (Vorjahr 11,3 Mio. EUR) im Ausland erwirtschaftet worden, was einer Exportquote von 40,55% entspreche. Im Zeitraum 2003 bis 2006 habe sich der Auslandsanteil am Umsatz sukzessive von 35,9% auf 40,6% erhöht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe sich in 2006 auf 1,90 Mio. EUR belaufen. Der Jahresüberschuss habe bei 1,49 Mio. EUR gelegen, was einem Ergebnis pro Aktie (EPS) von 0,77 EUR entspreche.

Im ersten Halbjahr 2007 habe Bechstein noch nicht an die Wachstumsraten der letzten Jahre anknüpfen können. Sowohl bei den Umsatzerlösen als auch beim operativen Ergebnis habe die Gesellschaft leicht unter den vergleichbaren Vorjahreswerten gelegen.

Die Analysten seien jedoch zuversichtlich, dass dieser Rückstand in der zweiten Jahreshälfte aufgeholt werden könne. Im zweiten Halbjahr würden die Umsätze traditionell höher ausfallen. Zudem hätten die Analysten in ihren Schätzungen unterstellt, dass Bechstein für das Jahr 2007 erstmalig einen Konzernabschluss erstellen werde. Dadurch erweitere sich der Konsolidierungskreis um mehrere Gesellschaften, die bislang nicht konsolidiert worden seien (z. B. Bechstein Finanzservice, Bechstein Niederlande, Bechstein Tschechien sowie die Bechstein Amerika).

Die Analysten würden den zusätzlichen Umsatzeffekt durch den erweiterten Konsolidierungskreis auf rund 4,5 Mio. EUR schätzen, so dass sie für das laufende Geschäftsjahr 2007 einen Anstieg des Konzernumsatzes um 19,0% auf dann 34,9 Mio. EUR erwarten würden. Auch ohne diesen Effekt würde der Umsatz rund 30,5 Mio. EUR betragen, was einem organischen Wachstum von 4% entspräche. Das EBIT in 2007 sehe man bei 2,65 Mio. EUR. Das Finanzergebnis sollte wie im Vorjahr mit rund -0,6 Mio. EUR negativ ausfallen.

Des Weiteren werde bei der Bechstein aufgrund vorhandener steuerlicher Verlustvorträge in 2007 nur die Mindestbesteuerung anfallen. Daher würden die Analysten für das laufende Geschäftsjahr mit einer Steuerquote von 14% rechnen, sodass sich der Jahresüberschuss auf 1,76 Mio. EUR belaufe. Die Verlustvorträge sollten noch für die nächsten drei Jahre ausreichen. Bei der aktuell ausstehenden Aktienanzahl entspreche dies einem EPS von 0,91 EUR. Für 2007 rechne man zudem mit einer hohen Dividende an die Aktionäre, die wie im Vorjahr steuerfrei erfolgen werde. Bei Annahme einer Dividende in Höhe von 0,45 EUR bedeute dies eine attraktive Dividendenrendite von 5,7%.

Bei der Bechstein AG handle es sich nach Steinway um den weltweit führenden Hersteller von hochwertigen Flügeln und Klavieren. Durch die Umstellung auf einen Konzernabschluss sei für 2007 mit einem deutlichen Umsatzanstieg zu rechnen. Die vollständige Übernahme der BOHEMIA würden die Analysten als positiv werten, da sich das Unternehmen geografisch erweitere und die Wertschöpfungskette weiter ausbaue. Die Margen bei BOHEMIA würden aktuell noch unter dem Durchschnitt von Bechstein liegen, sollten in den kommenden Jahren jedoch sukzessive erhöht werden. Die Analysten hätten im Rahmen ihres DCF-Modells einen fairen Wert für die Bechstein-Aktie von 10,54 EUR ermittelt.

Die Analysten von GBC Research empfehlen daher im aktuellen "Falkenbrief" die Aktie von C. Bechstein Pianofortefabrik zum Kauf. (Analyse vom 12.10.2007) (12.10.2007/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
Werte im Artikel
C. Bechstein Pianofortefabrik Coverage eingestellt
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Independent Research, Stefan Röhle, stellt die Coverage für die C. Bechstein ...
C. Bechstein Pianofortefabrik akkumulieren
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