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Sa, 4. Februar 2023, 3:59 Uhr

CAA AG

WKN: 617600 / ISIN: DE0006176001

CAA nur für risikobewusste Anleger


19.07.00 00:00
The-Bulls

In einigen Zeitschriften war es schon zu sehen: Das künftige Automobil-Cockpit soll zu einem Multimedia-PC mutieren. Zumindest wenn es nach CAA (WKN 617600) geht, berichten die Analysten des The-Bulls Börsenbriefes.

In einem BMW Z 3 Prototyp sei die neue Schnittstelle Mensch-Maschine für das Kraftfahrzeug der kommenden Jahre vorgestellt worden. Die in der Tat beeindruckende Entwicklung der schwäbischen Software-Schmiede sollte uns die schöne neue und vor allem bessere Welt der Fahrzeugbedienung vor Augen führen. Ziel dieses neuen Konzepts sei die computergesteuerte Vernetzung sämtlicher Bedienelemente in einem Fahrzeug. Die seither noch völlig autarken Gruppen würden somit zusammengeführt werden. Funktionen wie Klimaanlage, Sitzverstellung, Navigationssystem, Audioanlage, Mobiltelefon oder Internet würden demnach nur noch durch „einen Knopf“ bzw. durch Spracheingabe gesteuert. Auch für den Spieltrieb sei gesorgt. Auf Knopfdruck könne sich der Fahrer das Aussehen der Instrumente seinem persönlichen Geschmack anpassen, so die Experten von The-Bulls weiter. Außerdem könne die Software sicherlich jederzeit direkt per Datenfunk auf den neuesten Stand gebracht werden.

Bereits seit einigen Jahren sei das Unternehmen in diesem Segment („Professional Services“) tätig. Sämtliche Automobilbauer in Deutschland ließen bereits zukunftsweisende CarPC-Systeme von CAA entwickeln. Der technologische Vorsprung auf diesem Gebiet sollte sich auf ein Jahr belaufen, schätzen die Sspezialisten des The-Bulls Newsletters weiter. Der Geschäftsbereich „Future Technologies“ sei mit der ständigen Weiterentwicklung und dem Bau von Vorserien und Prototypen befaßt. Der nächste - logische - Schritt sei ebenfalls bereits angedacht und in der Entwicklung. Die Abteilung „Licenses“ überlasse den Kunden lediglich eine Standardsoftware und erhalte dann Lizenzgebühren für jedes verkaufte Produkt. Der weitaus interessanteste Bereich dürfte aber „M-Services“ sein. Durch den im CarPC integrierten und plattformunabhängigen Browser werde es möglich, die unterschiedlichsten Dienste über Bildschirm ins Auto zu liefern. Hier könnten nicht nur die jeweiligen Fahrzeughersteller Informationen (Systemdiagnose, Werkstätten, neue Produkte etc.) liefern. Auch Dritte seien somit in der Lage, dem Fahrer jederzeit die unterschiedlichsten Dienste anbieten zu können. In Frage kämen dabei, nach Ansicht der Analysten des The-Bulls Börsenbriefes, z. B. Automobilclubs, Hotels aber auch firmeninterne Netze bei Außendienstmitarbeitern, die dann immer die neuesten Informationen oder Aufträge ihres Arbeitgebers sofort im Fahrzeug parat hätten. Auch in diesem Segment sei ein Umsatz durch Nutzungsgebühren geplant.

Die Phantasie hinter dem Unternehmen und dem Produkt seien indes beeindruckend. Doch sollte man sich nicht zu sehr von dem schönen Schein blenden lassen. Ob die Realisierung und damit die Generierung von Umsätzen und - vor allem - Gewinnen mit den hochgesteckten Erwartungen Schritt halten könne, bleibe abzuwarten. Bis jetzt sei alles nur Planung und über einen Prototyp nicht hinausgegangen. Zwar seien sehr wohl Entwicklungsaufträge zahlreicher Automobilhersteller vorhanden; diese beziehen sich aber nur auf kleinere Abschnitte der Gesamtprojekte und seien damit auch nicht langfristig vertraglich abgesichert. Sollten aber langfristige Verträge abgeschlossen werden, dürfe die Macht der Kunden nicht unterschätzt werden. Der immense Druck bei den vorhandenen Zulieferfirmen sprächet hier eine deutliche Sprache, so die Experten von The-Bulls weiter. Auch im Bereich „Licensing“ hätte noch keine Vereinbarungen getroffen werden können. Auch Verträge für die Sparte „M-Services“ würden logischerweise noch einige Zeit auf sich warten lassen. Wann hier gar mit Gewinnen zu rechnen sein werde sei indes noch völlig offen.

Die Konkurrenzsituation sei derzeit noch vernachlässigbar, da mögliche Mitbewerber nur an Teillösungen arbeiten würden und kein Produkt mit derartiger Integration in Sicht sei. Dies könnte sich jedoch recht schnell ändern. Dann würde es CAA jedoch in kürzester Zeit mit einigen wirklich Großen im internationalen Geschäft (Bosch, VDO, Delphi, Visteon etc.) mit ungleich höherem finanziellen Potential und starker Entwicklungspower zu tun bekommen. Hier werde es dann von entscheidender Bedeutung sein, inwieweit sich das Unternehmen auch personell qualifiziert verstärken könne, um den Entwicklungsvorsprung langfristig abzusichern.

Last but not least werde ein entscheidender Faktor ausschlaggebend für den Erfolg sein, nämlich die Funktionalität des Systems und die daraus resultierende Akzeptanz durch die Kunden. Wenn die Zahl der Kunden, die sich solch einen CarPC installieren lassen würden, hinter den Erwartungen der Automobilhersteller zurückbleiben würde oder der Kunde sein Fahrzeug lieber nach Altvätersitte bedienen wolle, würden all die schönen Umsatzprognosen nur noch Schall und Rauch sein.

An dem Unternehmen sollten sich nach Ansicht der Analysten des The-Bulls Newsletters nur diejenigen Anleger beteiligen, die ganz bewußt das hohe Risiko einzugehen bereit seien, denn möglicherweise werde nach einer denkbar, kurzfristigen Phase der Begeisterung ein langer Atem vonnöten sein.