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So, 29. Januar 2023, 13:47 Uhr

Bürokratie zerstört südafrik. Bergbau


13.05.05 12:34
GOLDINVEST.de daily

Das Verfahren vor Südafrikas Wettbewerbsbehörde (South African Competition Tribunal) zur Übernahme von Gold Fields durch Harmony Gold Mining hat bis jetzt nur lustspielhaftes hervorgebracht, so die Experten von "GOLDINVEST.de daily".

Unglücklicherweise sei die Behörde keine Entertainment-Bühne, sondern sie habe wirkliche Macht. Und das sei das Problem.

Anstatt sich mit der eigentlichen Aufgabe zu beschäftigen, nämlich den Wettbewerb zwischen Unternehmen und damit Effizienz und Gewinn für Konsumenten zu fördern, beschäftige sich die Behörde mehr mit sozioökonomischen Auswirkungen von Unternehmenskäufen und -zusammenschlüssen.

Wichtig seien der Behörde insbesondere die Beachtung einer ausreichenden Beteiligung von Schwarzen an Unternehmen. Jedoch würden mit dieser Zielsetzung höhere Kapitalkosten und wenig Preiswettbewerb für lokale Produkte und Dienstleistungen in Kauf genommen. Dies stehe dem ursprünglichen Auftrag der Behörde, wie er in seinem Namen zum Ausdruck komme, entgegen.

In dem Verfahren vor der Behörde habe Harmony die Rassen-Karte frühzeitig zugunsten der Zustimmung der Behörde zu einer Übernahme von Gold Fields ausgespielt. Die Gegenseite, Gold Fields, sehe sich jedoch nicht imstande dem Rassen-Argument etwas entgegenzuhalten, aus Furcht vor politischer Unkorrektheit. Harmony argumentiere, Gold Fields Zulieferer hätten zu wenig Eigentümer mit dunkler Hautfarbe. Woher sollte aber Harmony dies wissen? Werde es nachgeprüft? Wie? Nach welchen Kriterien?

Ein weiterer absurder Vorwurf sei von Seiten Gold Fields gekommen: Durch die Konsolidierung in der Branche sei es zwischen 1996 und 2001 zu einem "demografischen Zusammenbruch" gekommen, der die "normale" Bevölkerungszusammensetzung verändert habe.

Wer sollte aber glauben, dass eine Konzentration männlicher Migrantenarbeiter in der Region eine normale Demografie dargestellt habe?

Weiterhin habe Gold Fields zu bedenken gegeben, dass bis zu 36.500 Arbeitsplätze in den letzten Jahren durch Unternehmenszusammenschlüsse verloren gegangen seien.

Hier werde nun Ursache und Wirkung verdreht. Jedoch sei dieser Logikfehler für Investoren vernachlässigbar im Vergleich zu dem was zwischen den Zeilen zu sehen sei: Gold Fields wolle wohl Arbeitsplätze erhalten, obwohl die wirtschaftliche Vernunft dagegen spreche.

Arbeitsplätze seien Südafrikas am dringendsten benötigtes Gut. Aber warum sollten Unternehmen die Aufgabe übernehmen, ein paar wenige Arbeitsplätze zu erhalten, wenn gleichzeitig die Regierung Politik mache, die die Massen arbeitslos mache?

Die Farce in den Anhörungen zur Übernahme Gold Fields durch Harmony habe sich nun dahingehend entwickelt, dass Bewertungsmodelle von Analysten zu den beiden Unternehmen akribisch analysiert würden - eine Aufgabe, die eindeutig den Aktionären als Eigentümern der Unternehmen zuzuschreiben sei anstatt den Bürokraten.

Dieser gesamte bürokratische Prozess sei wohl die Ursache für den Bewertungsabschlag an den Börsen von südafrikanischen gegenüber ausländischen Unternehmen. Wenn eine politisch befangene Bürokratie, wie die Wettbewerbsbehörde, damit beauftragt werde, in einer Multi-Milliarden-Transaktionen den Gewinner und Verlierer zu bestimmen, sei jeder der Verlierer. Die Voraussetzungen für das Verfahren der Behörde seien falsch. Demnach müsse auch das Ergebnis falsch sein.

Unglücklicherweise sei dieser Blödsinn nicht auf die Wettbewerbsbehörde beschränkt. Südafrikas Bergbaubranche werde durch viele indirekte Steuern geplagt, die die Unternehmen allmählich kaputt machen würden.