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Mi, 10. August 2022, 13:23 Uhr

Börsen ohne klaren Trend


13.01.03 09:08
Dr. Lux & Präuner Research

Mit dem Jahre 2002 geht nun schon das dritte negative Börsenjahr in Folge zu Ende, und erstmals seit 1941 haben Staatsanleihen dreimal hintereinander Aktien geschlagen, so die Analysten von Dr. Lux & Präuner Research.

Maßgeblich für die weltweite Misere seien die mit den Namen Enron und Worldcom verknüpften US-Bilanzierungsskandale gewesen, die das Vertrauen der Anleger nachhaltig gestört hätten. Und natürlich immer wieder Kriegs-Ängste (Indien/Pakistan, Irak). Die Baisse habe die Baisse bis zum absoluten Tief im Oktober genährt. Seitdem sei man etwas im Niemandsland, kein klarer Trend nach oben oder unten erkennbar - im Grunde nur was für Zocker. In Anbetracht der zunehmenden Ausschläge am Aktienmarkt würden immer mehr Anleger ihr Heil in kurzfristigem Trading oder Hedgefonds-Instrumenten suchen. Laut Medien würden Anlagegrundsätze nach Kostolany oder Warren Buffet mittlerweile als überholt gelten.

Die Experten würden sich die Frage stellen, ob das wirklich so sei. Vorsicht sei angebracht, denn irgendwie erinnert dieses "Ab sofort ist alles anders! Total Return ist das einzig Wahre!" doch sehr an das Ende der 90er Jahre, als in der Euphorie von New Economy und Neuer Markt ebenfalls eine neue Anleger-Ära ausgerufen worden sei. Heute wisse man, dass sich die Marktspielregeln dann doch nicht geändert hätten. Es möge sein, dass kurzfristiges Trading vorübergehend erfolgreicher scheine, doch noch gebe es kein System, das dauerhaft immer die richtigen Signale zum Ein- und Ausstieg liefere.

Mit dieser Erkenntnis und dem Ziel, Risiken möglichst überschaubar zu halten, sollte sich jedoch jeder Anleger überlegen: Wer Geld nicht längerfristig liegen lassen könne, könne es sich nicht leisten, in Anlagen mit großen Kursausschlägen zu investieren. Hingegen würden für den, der langfristig anlege, die kurzfristigen Ausschläge eine untergeordnete Rolle spielen. Das Schwarz-Weiß-Denken und von heute auf morgen alle bisherigen Erfahrungen über Bord zu werfen, sei wahrscheinlich allzu menschlich. Aber wenn die Volatilität an den Aktienmärkten weiterhin so hoch bleibe, werde das Zickzack der Anlagestrategen zunehmen und somit auch das Risiko, mit kurzfristigem Trading erheblich falsch zu liegen.