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Mi, 10. August 2022, 11:08 Uhr

Biopetrol Industries

WKN: A0HNQ5 / ISIN: CH0023225938

Biopetrol Industries könnte bei deutlichem Umsatzwachstum Turnaround im Ergebnis erreichen


01.11.10 11:28
sunday-market

Bodenheim (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "sunday-market" ist die Aktie von Biopetrol Industries mittel- bis langfristig interessant.

Die Aktie des Biodieselherstellers habe die Hausse an den Börsen bisher völlig verschlafen. Seit April dümple das Papier im Wesentlichen zwischen 1,40 und 1,50 Euro. Die Kommunikation sei quasi auf null heruntergefahren worden. Seit der milliardenschwere Großkonzern Glencore sich die Mehrheit des Unternehmens einverleibt habe, beschränke sich Kommunikation mit dem Kapitalmarkt auf das Nötigste. Aus Sicht von Glencore verständlich, da die Schweizer früher oder später weitere Anteile an der Gesellschaft aufkaufen dürften und im kommenden Jahr die Option auslaufe, ein weiteres Aktienpaket des ehemaligen Großaktionärs Werner Klink einzusammeln.

Details zum Preis seien nie kommuniziert worden. Aber vielleicht habe Glenocre im Zuge der Option auch gar kein Interesse an steigenden Kursen. Logische Konsequenz sei natürlich die Beteiligung um dieses Paket von ca. 16% auf dann 67% zu erhöhen. Mittelfristig könnte der Appetit auf mehr möglich sein.

Rein fundamental betrachtet sei es derzeit auf den ersten Blick nicht wirklich attraktiv in das Papier zu investieren angesichts roter Halbjahreszahlen. Zwar sei der Umsatz von knapp 70 auf über 95 Millionen Euro kräftig gestiegen, das EBIT jedoch mit rund 5 Millionen Euro negativ ausgefallen. Netto seien sogar mehr als 10 Millionen Euro versenkt worden. Nicht hübsch. Man müsste dazu aber auch wissen, dass die Zahlen derzeit wenig Relevanz hätten.

Firmenchef Klaus Henschel habe den Auftrag des Großaktionärs das Unternehmen wieder flott zu machen und einst verlorene Marktanteile wiederzugewinnen. Dafür habe es sogar Geld von Glencore gegeben. Dank einer Working Capital Finanzierung von der Mutter sei es Henschel gelungen, Kundenbeziehungen zu aktivieren, um mehr Rohstoffe zu beschaffen und größere Aufträge seitens der Kunden an Land zu ziehen. Das habe sich, bewusst, negativ auf das Zahlenwerk niedergeschlagen.

Für das zweite Halbjahr sollte man keine Wunder erwarten. Aber die Hälfte sollte besser laufen als das erste Semester, wobei nicht davon auszugehen sei, dass die Verluste aus der ersten Jahreshälfte vollständig kompensiert würden. Anleger sollten 2010 ertragstechnisch abhaken. Für 2011 stünden die Chancen auf Besserung ganz gut. Die bisher schwache Auslastung der Kapazität werde sich nach und nach wieder erhöhen. Ab dem neuen Jahr dürfe die Mineralölwirtschaft nur noch Biodiesel verkaufen, der zu 100% nach der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung zertifiziert sei. Das heiße, die gesamte Lieferkette müsse über die entsprechenden Nachhaltigkeitsnachweise verfügen: Erzeuger, Landhandel, Ölmühlen und Weiterverarbeiter.

Spätestens zum Jahresende müsse sich der Biokraftstoff, beispielsweise aus Raps oder Getreide, mit allen Nachweisen in den Lagern der Ölindustrie befinden, damit der Kraftstoff ab 2011 als "nachhaltig" anerkannt und auch steuerlich so behandelt werde. Das werde den Markt für Biodiesel etwas neu ordnen. Derzeitige Überkapazitäten könnten rasch sinken, da viele Händler die Verordnung verpennt hätten, oder nicht über die nötigen Zertifikate verfügen würden und zudem sollten sich dadurch die hohen Einfuhren reduzieren. Die Nachfrage nach nachhaltig zertifiziertem Biodiesel werde sodann kräftig steigen und sich positiv auf Biopetrol auswirken.

Auch der bisher drastische Margendruck auf die Biodieselhersteller werde sich dann etwas entspannen. Bei deutlichem Umsatzwachstum könnte die Firma den Turnaround im Ergebnis erreichen. Früher oder später werde Biopetrol flott wie in Turnschuh sein. Dafür werde Glencore sicherlich sorgen. Anleger würden bei der Aktie allerdings einen etwas längeren Atem benötigen.

Mittel- bis langfristig ist die Aktie von Biopetrol Industries nach Ansicht der Experten von "sunday-market" interessant. Nach unten dürfte der Kurs ganz gut abgesichert sein. Kaufe Glencore die Anteile von Klink, dürfte sich dies im Aktienkurs positiv niederschlagen, da dann schnell wieder die Übernahmefantasie aufkoche. Das werde aber noch ein paar Monate dauern. (Ausgabe 437 vom 31.10.2010) (01.11.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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