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Do, 11. August 2022, 13:59 Uhr

Aktienmärkte Warten auf Korrektur


22.05.07 10:56
Dr. Lux & Präuner Research

Grünwald (aktiencheck.de AG) - Alle warten auf die Korrektur, aber sie kommt nicht, so die Analysten von Dr. Lux & Präuner Research.

Werde wohl dieses Jahr nichts mit dem alten Kalauer "Sell in May - and go away!" Die europäische Konjunktur laufe einfach zu robust. Die Firmen würden Geld verdienen - wenn auch weniger aus dem Inland als vor allem aus dem Exportgeschäft. Die Auslastung und Nachfrage nach Beschäftigung steige. Alles in Butter also? Als Momentaufnahme schon, gleichwohl gebe es da einige Entwicklungen, die bedenklich stimmen möchten.

Dass mittlerweile jeden zweiten Tag eine Firmenübernahme in der Zeitung stehe und die Höhe des Übernahmepreises keine Rolle mehr zu spielen scheine, erzeuge ein ungutes Gefühl. Es weise darauf hin, wie viel Liquidität im Markt vorhanden sei, das investiert werden wolle. Die Private-Equity-Firmen würden sich nicht davor scheuen, sie würden sich gegenseitig überbieten - teilweise maßlos und eifrig unterstützt von kreditgebenden Banken, die ebenfalls unter Druck stünden, an möglichst vielen Deals dabei zu sein.

Unter den inländischen Börsenteilnehmern herrsche hingegen eher Zurückhaltung und Ungläubigkeit ob des hohen Kursniveaus am Aktienmarkt. Es seien ausländische Adressen, die den Markt gepuscht hätten. Keiner wolle in die Falle tappen, genau zum Höchstkurs einzusteigen. Deshalb würden sich viele Anleger mit ihren Investitionen zurückhalten. Im Gegenteil, nach wie vor fließe Geld aus Aktienfonds ab und in Geldmarktanlagen hinein.

Das Stimmungsbarometer Cognitrend weise einen relativ hohen Anteil an Pessimisten auf - eigentlich ein gutes Zeichen für weiter steigende Kurse. Ein Aufschwung in Angst - so was habe es bereits 2003 gegeben, als die Aktienindices ins Bodenlose zu fallen schienen und das Jahr schließlich doch noch mit einem zweistelligen Plus abgeschnitten hätten.

Die Frage sei also, welches Szenario man sich zu Eigen mache: Dass sowieso schon alles überhitzt sei und zwangsläufig fallen müsse - vielleicht auch, weil weitere Zinserhöhungen der Notenbanken der Liquiditätsschwemme eine Ende setzen würden. Oder vertraue man auf die guten Nachrichten aus den Unternehmen, die die Rally noch ein Stückchen weiter tragen könnten. Eins sei klar: Dieser Markt wolle die alten Höchststände wieder sehen, die Frage sei nur: vor oder nach der Korrektur? (Ausgabe 05/2007) (22.05.2007/ac/a/m)