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Fr, 22. Juni 2018, 18:44 Uhr

OTS: Roland Berger / Treibstoff Venture Capital: Wie Deutschland Innovation ...


14.06.18 12:13
dpa-AFX

Treibstoff Venture Capital: Wie Deutschland Innovation und Wachstum


beschleunigen kann (FOTO)


München/Berlin (ots) -


In Deutschland gibt es zu wenig Venture Capital (VC), insbesondere


in der Wachstumsphase neu gegründeter Unternehmen.

Damit fehlt


notwendiges Kapital, um aus innovativen Geschäftsmodellen


erfolgreiche Unternehmen zu etablieren. Angesichts des


internationalen Wettbewerbs der Technologiestandorte schwächt dieser


Mangel die Innovationskraft der europäischen Wirtschaft und behindert


zukunftsfähiges Wachstum. Die neue Studie "Treibstoff Venture


Capital: Wie wir Innovation und Wachstum befeuern" von Roland Berger,


der Internet Economy Foundation (IE.F) und dem Bundesverband


Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK) analysiert


bestehende Investitionshemmnisse für Wagniskapital und legt dar, wie


diese überwunden werden können.



"Es sind mehrere Teufelskreise, die wir durchbrechen müssen, um


eine Abwärtsspirale aus mangelndem Kapital und Abwanderungstendenzen


der Start-ups ins außereuropäische Ausland aufzuhalten", sagt


BVK-Vorstandssprecherin Dr. Regina Hodits. "Entscheidend sind


Lösungen die darauf abzielen, mehr Kapital institutioneller Anleger


für Venture Capital zu mobilisieren." Denn die


Investitionsbereitschaft außerbörslicher Geldgeber spiele eine


maßgebliche Rolle bei der Entstehung und dem Wachstum globaler


Champions. "Es ist kein Zufall, dass die fünf wertvollsten


Unternehmen ihren Sitz in den USA haben: Dort gibt es eine lange


Tradition der Finanzierung junger Unternehmen mithilfe von Venture


Capital", so Hodits weiter.



Mangelndes Wagniskapital schwächt Wachstum innovativer Branchen



Zwar haben sich auch in Europa die Venture-Capital-Investitionen


in den vergangenen fünf Jahren auf knapp 16 Milliarden Euro mehr als


verdreifacht, doch besteht nach wie vor ein deutlicher Rückstand im


Vergleich zu den USA. Dort wurde im vergangenen Jahr Risikokapital in


Höhe von fast 64 Milliarden Euro investiert. "Auch Asien holt hier


mit rasanter Geschwindigkeit auf", sagt Prof. Dr. Friedbert Pflüger,


Vorsitzender der IE.F. "Länder wie China investieren immense


staatliche Mittel in Tech-Ökosysteme und haben es innerhalb kürzester


Zeit geschafft, die Finanzierungslücke zu den USA zu schließen. In


der Folge hat China eine globale Führungsrolle in zentralen


Zukunftssektoren wie der Künstlichen Intelligenz eingenommen."



In Deutschland ist die Finanzierungslücke besonders in der


sogenannten Later Stage bedenklich, weil Start-ups gerade in diesem


Stadium auf Kapital für Wachstum und ihre Etablierung auf dem Markt


angewiesen sind. "In den USA fallen mit 34 Milliarden Euro mehr als


die Hälfte der VC-Investitionen in diese wichtige Phase", erklärt Dr.


Regina Hodits. "In Deutschland sind es dagegen weniger als ein


Drittel des insgesamt ohnehin schon geringen Venture Capitals." Die


Studie identifiziert zwei Teufelskreise, die sich gegenseitig


verstärken, und die die Ursache für den Kapitalmangel bilden. Der


erste ist der "Teufelskreis der mangelnden Kapitalbildung":


Einerseits existieren zu wenig große Venture-Capital-Fonds, die als


Anlagemöglichkeit für institutionelle Investoren wie Pensionskassen


und Versicherungen in Betracht kommen. Andererseits können ohne das


Kapital eben dieser Investorengruppe kaum großvolumige VC-Fonds


entstehen.



Der zweite Teufelskreis betrifft die Unternehmen und ihre fehlende


Skalierung. Da zu wenig Venture Capital in Umlauf ist, sind Start-ups


unterkapitalisiert, um weiter zu wachsen. So bleiben sie im Vergleich


zu internationalen Wettbewerbern zurück. Dadurch fehlen


Leuchtturm-Unternehmen, die dazu führen, dass weiteres Kapital in


vielversprechende Start-ups fließt.



Der Weg aus den Teufelskreisen



Um diese Teufelskreise zu durchbrechen, empfehlen die


Studienautoren sechs Maßnahmen:



1. Mischfinanzierte Fördermodelle



Insbesondere die Later Stage könnte effektiver finanziert werden,


wenn etwa zu jedem investierten Euro privater Anleger aus staatlichen


Mitteln bis zu ein Euro beigesteuert würde.



2. Zukunftsfonds Deutschland



Dieser schafft neue Anreize für institutionelle Investoren wie


Versicherungen, risikoreduziert über Wagniskapital-Fonds in


innovative Geschäftsmodelle zu investieren.



3. Erfolgsbeispiele aktiv bewerben



Staat, Verbände und weitere Multiplikatoren sollten erfolgreiche


Leuchtturm-Projekte im Technologiebereich viel offener kommunizieren.


Das macht Investitionen in weitere Start-ups attraktiver.



4. Bessere rechtliche Rahmenbedingungen



Bürokratische Hindernisse sollten beseitigt, neue Anreize für


Wagniskapital-Investitionen geschaffen und mehr Planungssicherheit


für Start-ups und Investoren gewährleistet werden.



5. Teilhabe am VC-Wachstum



Mehr kapitalbasierte Elemente im Rentensystem - einschließlich


Investitionsmöglichkeiten in Risikokapital - lassen die


Beitragszahler an den Erträgen der Digitalwirtschaft teilhaben und


vergrößern gleichzeitig das verfügbare Wagniskapital.



6. Exzellenzinitiative "Forschen, Gründen, Wachsen"



Sie soll Wissenschaftler, Studierende und Forschungsinstitute


dabei unterstützen, ihre Ergebnisse über die Gründung


wachstumsstarker Start-ups in den Markt zu bringen.



"Eine vitale Wagniskapital-Landschaft ist ein Schlüsselfaktor im


internationalen Wettbewerb der Technologiestandorte", erklärt Klaus


Fuest, Chefanalyst von Roland Berger. "Ob Deutschland auch in Zukunft


im Wettstreit um den besten Wirtschaftsstandort bestehen wird, hängt


entscheidend davon ab, ob wir bei der Mobilisierung von Wagniskapital


mit den USA und Asien mithalten können."



Die Studie können Sie herunterladen unter


www.rolandberger.de/pressemitteilungen



Über Roland Berger:



Roland Berger, 1967 gegründet, ist die einzige der weltweit


führenden Unternehmensberatungen mit deutscher Herkunft und


europäischen Wurzeln. Mit rund 2.400 Mitarbeitern in 34 Ländern ist


das Unternehmen in allen global wichtigen Märkten erfolgreich aktiv.


Die 50 Büros von Roland Berger befinden sich an zentralen


Wirtschaftsstandorten weltweit. Das Beratungsunternehmen ist eine


unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 220


Partnern.



Über Internet Economy Foundation



Die Internet Economy Foundation wurde mit dem Ziel gegründet, in


der dynamischen Welt des Internets eine neugierige Denkfabrik, ein


unabhängiger Ratgeber und kompetenter Dialogpartner zu sein. Sie will


eine wegweisende Stimme für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft


werden, die Informationen über neueste Entwicklungen liefert und die


Interessen der deutschen und europäischen Internetwirtschaft im


globalen Kontext identifiziert.



Über Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften



Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V.


(BVK) ist seit 1989 die Stimme der Beteiligungskapitalbranche in


Deutschland und vereint 300 Mitglieder. Rund 200 der Mitglieder sind


Beteiligungskapitalgesellschaften, die sich mit Venture Capital,


Wachstumsfinanzierungen oder im Rahmen von Buy-Outs an deutschen


Unternehmen beteiligen. Auch institutionelle Investoren zählen zu dem


Mitgliederkreis. Hinzukommen weitere knapp 100 sog. assoziierte


Mitglieder, d.h. Beratungsgesellschaften, Dienstleister und sonstige


Institutionen, die mit Beteiligungskapitalgesellschaften


zusammenarbeiten.



OTS: Roland Berger


newsroom: http://www.presseportal.de/nr/32053


newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_32053.rss2



Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:


Roland Berger


Claudia Russo


Head of Marketing & Communications


Germany, Austria and Switzerland


Tel.: +49 89 9230-8190


E-Mail: Claudia.Russo@rolandberger.com


www.rolandberger.com



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abrufbar unter http://www.presseportal.de/pm/32053/3970814 -