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So, 21. Oktober 2018, 3:22 Uhr

OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Neuer Versuch / Kommentar von Antje ...


13.06.18 20:41
dpa-AFX

Börsen-Zeitung: Neuer Versuch / Kommentar von Antje Kullrich zur


Kooperation des Versicherers Axa mit der ING-Bank


Frankfurt (ots) - Axa schlägt auf mit einer neuen


länderübergreifenden Partnerschaft mit ING in wichtigen Kernmärkten.


Vor gut einer Woche kündigte die Allianz eine langfristige


Kooperation mit Unicredit in sieben osteuropäischen Wachstumsmärkten


an. Der Allfinanzgedanke erlebt eine kleine Renaissance, nachdem das


Konzept längere Zeit vor sich hin dümpelte. Es gibt bei den Genossen


und im Sparkassenlager Erfolgsmodelle, doch diverse andere


Partnerschaften hatten die einst hochgesteckten Erwartungen nie


erfüllt - in Deutschland seien Commerzbank/Generali oder die


spektakulär gescheiterte Übernahme der Dresdner Bank durch die


Allianz beispielhaft genannt.



Die Allianz ist in jüngster Zeit mehrere neue Bankkooperationen


eingegangen, für die ING ist es gar die Rückkehr in ein Geschäft, zu


dessen Aufgabe sie nach der Finanzkrise von der EU-Kommission


gezwungen worden war und das in den Börsengang der Ex-Tochter NN


Group mündete.



Die aktuelle Idee von "Bancassurance" ist etwas unaufgeregter als


in der Vergangenheit. Auf gegenseitige Kapitalbeteiligungen


verzichten die Partner. Das Konzept wird jedoch erweitert um eine


europäische und eine digitale Komponente. Die europäischen


Versicherungsgrößen wie Allianz, Axa und Generali schicken sich an,


ihre Produkte immer stärker länderübergreifend zu entwickeln.


Grenzüberschreitende Kooperationen mit europäischen Dickschiffen im


Bankbereich folgen dieser Logik.



Die neuen Modelle haben also Charme, doch die konkrete inhaltliche


Ausgestaltung und der letztendliche Vertriebserfolg stehen auf einem


anderen Blatt. Nur wenn es den Partnern gelingt, mit den entwickelten


Produkten auf den gemeinsamen Plattformen den digitalen Bankkunden


durch einen Mehrwert zu überzeugen, werden die modernen


Allfinanzmodelle ein Erfolg werden. Denn die online-affine Klientel


von ING und Co. wird beim Versicherungsabschluss durchaus rechts und


links schauen und im Zweifel eher den Weg über Vergleichsportale


gehen.



Die Kunst speziell im Fall von Axa und ING wird also in der


Produktgestaltung liegen. Und hier bleibt der Versicherer auf


Nachfrage noch bemerkenswert unkonkret. Immerhin hat die Axa auf dem


für sie wichtigen deutschen Markt mit der ING-DiBa jetzt endlich


wieder einen Bankpartner, und Konzernchef Thomas Buberl kann die


europaweite Vereinbarung erst einmal als Erfolg für sich feiern. Der


Axa-Lenker braucht positive Nachrichten, der Kursabsturz nach


Bekanntgabe des XL-Erwerbs im März wirkt immer noch nach.



(Börsen-Zeitung, 14.06.2018)



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