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WKN: 145814 / ISIN: IT0003465736

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen reagieren mit Freudensprung auf Fed-Entscheid


17.12.15 16:17
Dow Jones Newswires



DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen reagieren mit Freudensprung auf Fed-Entscheid




Von Manuel Priego-Thimmel




FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen halten am Donnerstagnachmittag an den Gewinnen nach der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank fest. Die Federal Reserve hatte am Vorabend, wie von den Börsianern mehrheitlich erwartet, die Leitzinsen das erste Mal seit knapp zehn Jahren angehoben. Der Dollar legte in Folge der Zinswende zu, der Euro handelt mit 1,0850 Dollar leichter. Mit dem schwächeren Euro und der Erleichterung über die gute Aufnahme der Fed-Entscheidung steigt der DAX 2,9 Prozent auf 10.774 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 geht es 2,3 Prozent auf 3.323 Zähler nach oben.




Die Fed hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Bandbreite von 0,25 bis 0,50 Prozent erhöht. In ihrer Pressekonferenz sagte Fed-Chefin Janet Yellen, dass die "Zinserhöhung das Ende einer außergewöhnlichen Ära markiert". Zugleich waren die Währungshüter bemüht, den geldpolitischen Schlag mit taubenhaften Äußerungen abzumildern. Yellen zeigte sich zuversichtlich, dass der geldpolitische Normalisierungsprozess geschmeidig verlaufen werde. Es sei wichtig, die Bedeutung der ersten Zinserhöhung nicht zu dramatisieren.




An den Börsen wird nun heftig darüber spekuliert, wieviel Zinsschritte im kommenden Jahr folgen werden. Die US-Notenbank hat für 2016 vier Erhöhungen in Aussicht gestellt. Die BayernLB erwartet dagegen weiterhin einen deutlich flacheren Zinspfad. Kevin O'Nolan, Fondsmanager bei Fidelity International, schließt dagegen nicht aus, dass die Fed die Zinsen 2016 schneller anheben wird als erwartet.




Auch wenn die Fed nun den ersten Schritt gegangen ist, ist das zukünftige Tempo entscheidend für den Kapitalmarkt. "Die Zinserhöhung wird eine volatile Phase einleiten. Der Markt wird von nun an vor jedem Treffen der Fed darüber spekulieren, ob die Notenbank eine Anhebung der Zinsen verkündet oder doch lieber abwartet", so Christopher Probyn, Chef-Ökonom bei State Street Global Advisors.




Für die Devisenstrategen der Commerzbank liegt es zum Großteil in der Hand der Fed-Präsidentin selbst, die Konditionen für weitere Zinserhöhungen zu kreieren. Sollte sie die Zinserwartungen zu stark schüren und damit eine zu schnelle Aufwertung des US-Dollars auslösen, die wiederum den Preisauftrieb zu bremsen drohe, könne sie selbst gegensteuern, in dem sie zu diesem Zeitpunkt eine Zinspause einlege. Für die Marktteilnehmer bedeute das, dass es nicht ausreiche, auf die US-Daten alleine zu schauen, um die Erwartungen für den Zeitpunkt des nächsten Zinsschrittes zu formen.




Keine Rolle spielt der etwas unter den Erwartungen ausgefallene ifo-Geschäftsklimaindex. Der Index ging im Dezember leicht zurück auf 108,7 nach 109,0 Punkten im Vormonat, während eine unveränderte Notierung erwartet worden war. "Das ist eine Minimalabweichung auf einem sehr hohen Niveau", so ein Händler. Daher wirke der Index nicht belastend, sondern werde wegen seines hohen Standes eher positiv interpretiert. Wie die Helaba anmerkt: "Das Wachstumsszenario bleibt intakt", sagt Analyst Ralf Umlauf.




Von den höheren US-Leitzinsen profitieren mittelfristig die Bankenaktien. "Vor allem die Finanzwerte haben sich in der Vergangenheit stets sehr stark entwickelt, sobald Zentralbanken die Zinsen erhöht haben", sagt Stefan Kreuzkamp, CIO im Asset Management der Deutschen Bank. Kreuzkamp nennt Finanzwerte neben dem Technologiesektor und zyklischen Konsumgütern die Hauptprofiteure steigender Zinsen. Der europäische Sub-Index der Banken legt um 2,3 Prozent zu.




Der europäische Automobilsektor steigt sogar um 3,2 Prozent. "Autos zählen zu den kostspieligsten Konsumgütern", sagt ein Händler. Gerade die Frühphase eines Zinserhöhungszyklus sei von Käufen solcher Güter gekennzeichnet. Diese Käufe resultierten aus einer dynamischen Entwicklung der Beschäftigung mit einer damit verbundenen hohen Arbeitsplatzsicherheit und der Aussicht auf steigende Einkommen. Dazu komme eine anziehende Kreditvergabe von Banken dank höherer Zinsen.




Casino verlieren an der Pariser Börse 14,6 Prozent nach einer kritischen Studie von Muddy Waters Research. Muddy Waters wirft dem französischen Einzelhändler vor, mit Bilanztricks seine Ergebnisse zu schönen. Casino sei eines der am meisten überbewerteten und falsch verstandenen Unternehmen überhaupt, heißt es. Muddy Waters gab zugleich bekannt, eine Shortposition in Casino-Aktien aufgebaut zu haben. Die Gesellschaft ist auf Leerverkäufe spezialisiert und hat sich vor allem mit kritischen Berichten zu chinesischen Unternehmen einen Namen gemacht.




Nach einem deutlichen Umsatzanstieg in der Sparte B&O Play im zweiten Quartal steigen Bang & Olufsen um 11,6 Prozent auf 81,50 dänische Kronen. Sydbank verweist auf das gewachsene Vertriebsnetz. Das Unternehmen müsse aber noch zeigen, dass sich höhere Umsätze auch in steigenden Gewinnen widerspiegelten. Die Analysten rechnen nicht mit einem operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr. Zuletzt gab es Spekulationen, dass das angeschlagene dänische Unternehmen übernommen werden könnte. Sydbank glaubt, dass eine Kaufofferte im Bereich von 100 Kronen liegen werde.




Im DAX steigt die Aktie der Deutschen Börse 3,5 Prozent. Das Sentiment wird gestützt durch Aktienkäufe durch Börsenchef Carsten Kengeter. Im MDAX legt die Aktie von Metro um 2,8 Prozent zu, nachdem die Analysten der HSBC den Einzelhändler in das Super-10-Portfolio aufgenommen haben sollen. In der Schweiz haussieren Micronas um 58,5 Prozent auf 7,29 Franken. TDK hat ein öffentliches Kaufangebot für Micronas zu einem Preis von 7,50 Franken je Aktie in bar angekündigt. TDK will mit dem Zukauf die Wachstumsstrategie im Sensorengeschäft umsetzen.




Für weitere Volatilität an der Börse könnte nun erst einmal der große Verfalltermin am Terminmarkt am Freitag sorgen. Für den deutschen Aktienmarkt könnte er, wie es im Handel heißt, dagegen sogar stützend wirken. Es sei zu erwarten, dass es ein großes Interesse gebe, den DAX in den Bereich von 10.700 Punkten zu ziehen.




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INDEX Stand +-%
Euro-Stoxx-50 3.319,55 +2,24%
Stoxx-50 3.105,20 +1,56%
DAX 10.761,90 +2,80%
FTSE 6.116,07 +0,91%
CAC 4.702,25 +1,68%
EUREX Stand +-Ticks
Bund-Future 158,29% +93

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8.28 Uhr Mi, 17.30 Uhr
EUR/USD 1,0843 -0,18% 1,0862 1,0946
EUR/JPY 133,06 0,12% 132,90 133,33
EUR/CHF 1,0789 -0,18% 1,0809 1,0786
USD/JPY 122,71 0,30% 122,35 121,80
GBP/USD 1,4905 -0,42% 1,4969 1,5007
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com




DJG/mpt/flf




(END) Dow Jones Newswires




December 17, 2015 10:17 ET (15:17 GMT)




Copyright (c) 2015 Dow Jones & Company, Inc.







 
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