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Mo, 22. Oktober 2018, 23:27 Uhr

Wochenausblick: Noch keine Entwarnung


17.09.18 13:10
Redaktion boerse-frankfurt.de


Technisch orientierte Analysten bewerten die jüngste DAX-Erholung als Gegenbewegung im Abwärtstrend. Für eine nachhaltige Trendwende bedürfe es der Überwindung bedeutender Widerstände. 17. September 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Ein Plus von gut 1,4 Prozent schaffte der DAX in der vergangenen Woche und startete am Morgen mit 12.056 Punkten schwächer in den Handel einer ereignisreichen Woche mit einem dreifachen Verfall am Freitag und den umfangreichen Indexanpassungen im Blick. 

Den vorangegangenen Kursrutsch nutzten nach Ansicht von Gregor Bauer Etliche zum Einstieg. Charttechnisch sei der deutsche Aktienindex dabei von seinem Tief an der Unterstützung um 11.800 Punkten nach oben abgeprallt. "Die Lage an den Märkten hat sich also wieder etwas entspannt", urteilt der unabhängige technische Analyst. Die zunächst besänftigenden Signale hinsichtlich des Handelsstreits zwischen den USA und China hätten insgesamt positive Unternehmensdaten stärker in den Mittelpunkt gerückt. Jetzt müsse der DAX noch den nächsten Widerstand zwischen etwa 12.100 und 12.200 Punkten nach oben durchbrechen. Dies würde dann von vielen Investoren als Kaufsignal gewertet. "Es entstünde neuer Kaufdruck, mit Kursziel auf Höhe des folgenden Widerstands um etwa 12.500 bis 12.600 DAX-Zähler.

Im internationalen Vergleich hat es der deutsche Bluechip-Index nach Auffassung von Christoph Geyer weiterhin sehr schwer. Der Dow Jones Industrial konnte dem Charttechniker der Commerzbank zufolge seinen Aufwärtstrend fortsetzen und mit dem Ausbruch aus der kurzfristigen Konsolidierung dafür eine Bestätigung liefern. Der japanische Nikkei habe zum Wochenschluss sogar den Widerstand überwunden und sich damit weiteres Aufwärtspotenzial eröffnet. Dem gegenüber habe die DAX-Erholung bislang nur den Charakter einer Korrekturbewegung im Abwärtstrend.
Bislang nur eine technische Gegenreaktion  

Das sieht Karen Szola ähnlich. Die technische Analystin von Euro am Sonntag und Börse Online stuft die jüngste DAX-Bewegung nach den starken Verlusten gegenwärtig als technische Gegenreaktion ein. Dem deutschen Aktienbarometer sei es nach einem neuen Bewegungstief bis auf 11.865 Punkten gelungen, die Marke von 12.000 Punkten zurückzuerobern und sich zum Wochenschluss über 12.100 Zähler zu stabilisieren. "Um perspektivisch weitere Abwärtsgefahren zu bannen, bedarf es in den nächsten Wochen und Monaten eines ausgedehnteren Anstiegs bis zumindest in die Region über 12.640 Punkte", meint Szola. "Auf diesem Kurslevel wären einige charttechnische Hürden überwunden." Dort verlaufe zudem die wichtige 200-Tage-Linie, die aktuell eine fallende Tendenz aufweise. Könne dieses Niveau erreicht werden, hält Szola mittelfristig weitere Gewinne in Richtung 13.000 bzw.13.100 Punkte für denkbar.


Szola Szola   Übergeordnet drohe dem DAX mit dem signifikanten Fall unter die Schlüsselunterstützung um 12.000 bzw. 11.900 Punkte eine bearishe Trendwende. So habe sich mit den Kursgipfeln seit Juni 2017 eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation geformt, die mit dem Rutsch unter die Nackenlinie um 11.900 Zähler negativ aufgelöst würde. Das rechnerische Abschlagspotenzial aus der Formation sieht Szola dann im schlechtesten Fall bei etwa 1.700 Punkten. Unter dem Aspekt der Trendtheorie führe ein Unterschreiten des Niveaus von 11.900 Zählern zu negativen Folgen: "Damit wäre der langfristige Aufwärtstrend gebrochen, der sich aus 2009 herleitet - ein starkes Verkaufssignal, welches mittel- bis langfristig zu rückläufigen Notierungen führt."

Einstieg noch zu früh  

Auch für Markus Reinwand ist mit Blick auf deutsche Bluechips weiterhin Vorsicht geboten. Zwar hätten DAX-Werte durch die Korrektur der vergangenen Monate inzwischen ein faires Bewertungsniveau erreicht. Ebenso seien Frühindikatoren wie ZEW- und ifo-Index zuletzt wieder gestiegen. Für den Helaba-Analysten ist es angesichts der zahlreichen politischen Unsicherheitsfaktoren aber fraglich, ob dies bereits die Wende ist. Das Muster vergangener Phasen rückläufiger Frühindikatoren, dem der DAX bislang eng gefolgt sei, spreche dafür, dass die Schwächephase im Herbst andauert. Reinwand rät Anlegern, sich bei Aktien daher noch zurückzuhalten.


ReinwandReinwand  

Strafzölle bleiben Thema


Politisch bleibt Börsianern der Handelsstreit auch in dieser Woche erhalten, nachdem US-Medien über die baldige Verkündung weiterer Sonderzölle in Höhe von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von zusätzlich 200 Milliarden US-Dollar berichteten. Als Gegenreaktion denkt China laut über Einschränkungen der Exporte von Materialien, Bauteilen und anderen Gütern an US-Hersteller nach. Zudem stelle Peking die Absage der Verhandlungen in Aussicht, sollte die USA den Worten Taten folgen lassen. In diesem Licht sehen Analysten aktuellen DAX-Kurse.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


Mittwoch, 19. September 

10.30 Uhr. Großbritannien: Konsumentenpreise August. Im Vereinigten Königreich dürften sich der Anstieg der Verbraucherpreise im vergangenen Monat laut DekaBank abgeschwächt haben. Die Effekte der Pfund-Abwertung nähmen immer weiter ab, zudem zögen die Benzinpreise 2018 etwas weniger stark an als im Vorjahr. Für die Bank of England werde vor allem entscheidend sein, dass sich die Inflation grundsätzlich weiterhin in einem Abwärtstrend befindet. Damit hätten die Notenbanker hinreichend Zeit hat, die Brexit-Auswirkungen im Inland auf sich zukommen zu lassen. Die DekaBank-Analysten rechnen mit einer Pause im Zinsanhebungszyklus von rund einem Jahr, vorausgesetzt der erwartete geordnete Brexit materialisiere sich.

Donnerstag, 20. September 

10.00 Uhr. Norwegen: Norges Bank Zinsentscheid. In Norwegen steht die erste Zinserhöhung seit über sieben Jahren an. Die breite wirtschaftliche Erholung bringt laut DekaBank langsam aber sicher Sorgen um Kapazitätsengpässe zum Vorschein. Die Verbraucherpreise seien im August auf Jahresbasis auf 3,4 Prozent gestiegen und lägen damit deutlich über dem Inflationsziel von 2,0 Prozent. Auch habe sich die norwegische Krone schwächer als erwartet entwickelt. Vor diesem Hintergrund werde die Norges Bank eine Anhebung von 25 Basispunkten auf ein Leitzinsniveau von 0,75 Prozent vornehmen. Auch eine Anpassung des Leitzinspfades nach oben sei möglich.

Freitag, 21. September 

Dreifacher Verfallstermin wichtiger Aktien- und Indexkontrakte an den großen Terminmärkten weltweit. 

Von: Iris Merker
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