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Siemens

WKN: 723610 / ISIN: DE0007236101

Siemens und Osram - Absturz vorprogrammiert?


25.06.13 12:50
Feingold-Research

Für langjährige Börsianer klingt es wie ein Deja-vu. Ein deutscher Großkonzern bringt einen seiner Firmenzweige an den Markt, die ungeliebte Tochter muss weg, der Börsengang auf normalem Wege scheitert, also muss ein Spin-Off her - die Platzierung über Gratisaktien als Teil des großen Konzerns. Klar, 2013 ist Siemens an der Reihe und bringt Osram so im Juli an den Markt. Aber da war doch was? Genau, im Jahr 2005 klangen die Analystenstimmen zu Lanxess genauso wie es jetzt bei Osram der Fall ist. Der Geschäftsteil muss weg, da er das Unternehmen nur behindert, in den ersten Wochen könnte sogar Druck auf die schon billiger an den Markt platzierte Aktie kommen, da Indexfonds Osram sofort aus ihren Beständen werfen dürften. Bei Lanxess warnte damals sogar Chef Heitmann persönlich vor harten Kurszeiten. Zwei unserer Redaktionsmitglieder hatten damals auch Bayer-Aktien, bekamen Lanxess-Papiere zugeteilt. Einer warf genervt nach wenigen Wochen das Handtuch, der andere behielt Bayer und Lanxess erst trotzig, dann umso besser gelaunt. Denn aus Lanxess wurde eine große Erfolgsgeschichte und auch Bayer ging es alleine besser. Ist das bei Siemens und Osram nicht auch denkbar?


Osram skeptisch beurteilt


Wenn es nach den meisten Analysten geht, dann nicht. Die Zukunft bei Osram soll eine harte Herausforderung sein, das klassische Geschäft bröckelt und man muss sich quasi neu erfinden. Doch Lanxess hat dies auch geschafft, aus dem Klotz am Bein von Bayer wurde ein Kursliebling ausgehend bei 17,50 Euro und in der Spitze bis 60 Euro geklettert. Kuriosität am Rande: Als Lanxess von Bayer abgespalten wurde, enthielt der DAX für einen Tag 31 Werte. Ein einmaliger Vorgang und dieser sowie anderen Kuriositäten und Geschichten werden wir uns ab Montag in unserer Geburtstagsserie "25 Jahre DAX" widmen. 


Doch zurück zu Osram. Die pessimistischsten Analysten sehen den fairen Wert je Osram-Aktie in etwa bei 30 bis 35 Euro was einem Börsenwert von 3,15 bis 3,68 Mrd. Euro entspricht. Hier spielt natürlich mit rein, dass Siemens einen Verkauf an Finanzinvestoren ausgeschlossen hatte und zwei Versuche für einen klassischen Börsengang gescheitert sind. Nun geht es also so vor sich: Siemens-Aktionäre bekommen zum Börsengang am 8. Juli für je zehn Siemens-Aktien einen Osram-Anteilsschein ins Depot gebucht. Wie risikoreich das ist, erwähnt Osram selbst in seinem Börsenprospekt. Man räumt ein, dass "unmittelbar nach Zulassung unserer Aktien zur amtlichen Notierung ein erheblicher Verkaufsdruck entsteht". Mit anderen Worten - die institutionellen Anleger müssen verkaufen.


Designleuchte von Osram

oled-leuchte-rollercoaster


 
Osram gut aufgestellt


Fundamental preist man Osram besonders mit der Begründung des Kurswechsels an. Der Sprung von der Glühbirne zur LED habe gut geklappt, was sich letztlich in besseren Margen niederschlagen werde. Zudem sei Osram gut und breit aufgestellt und habe einen langen Arm in den boomenden chinesischen Markt. Hier muss man allerdings sagen, dass die jüngsten China-Daten nach allem aussahen, aber nicht nach einem wirtschaftlich boomenden Markt.


Experten rechnen für die Jahre 2013 bis 2016 für ein Branchenwachstum bei Osram von rund sechs Prozent. Danach soll es schwierig werden und dies ist primär Grund für die Sorgen rund um Osram. Doch schon wie bei Lanxess könnten viele die Kreativität unterschätzen, die sich nach einer Abspaltung entfaltet. Zudem scheinen gerade in derart schnell wechselnden Zeiten und Wirtschaftszyklen Prognosen über drei bis vier Jahre hinaus doch sehr gewagt. Natürlich, die Platzhirsche Osram, Philips und GE dominieren den klassischen Glühbirnenmarkt. Diese könnten durch kombinierte Produkte aus Leuchtmittel und Lampe ersetzt werden. Aber auch hier könnte Osram gegenhalten - man sollte sie nicht unterschätzen. Fragen Sie bei Lanxess-Aktionären nach.


Investments


Wer bei Siemens einen Schub für die Aktie nach dem Börsengang erwartet, kann mit einem Knock-out offensiv an die Sache hernagehen. Das Papier mit der WKN HV7TTS, das wir heute frü bereits empfohlen haben, hat einen Hebel von vier. Zuletzt penelte die Aktie allerdings in einem Seitwärtstrend zwischen 75 und 85 Euro. Von diesem Trend profitieren Anleger mit Discount-Zertifikaten, die bei der aktuell gestiegenen Volatilität sogar besser bewertet sind. Zum Beispiel folgendes Papier mit der WKN VT4P3G, das einen Cap bei 75 Euro und eine Laufzeit bis Dezember 2013 hat. Die maximale Renditechance liegt bei 10,6 Prozent p.a. und der Discount bei etwas mehr als sieben Prozent.



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