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Mi, 26. Juni 2019, 13:47 Uhr

Liquiditätsentzug bedroht Börsenhausse


26.06.13 13:16
Feingold-Research

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat angekündigt, dass die Fed beginnen wird, die Anleihenkäufe im Jahresverlauf zu reduzieren und Mitte 2014 ganz damit aufzuhören. Dieser Politikwechsel hängt allerdings davon ab, ob sich der Konjunkturaufschwung wie erwartet beschleunigt und die Arbeitslosigkeit weiter sinkt. Wegen der Aussicht auf den Liquiditätsentzug könnte sich die Korrektur an den Märkten noch ein wenig ausdehnen. Mit Blick auf 2014 und einer Ernüchterung nach dem Kater wird man aber feststellen, dass die USA eigentlich gute Zeichen senden, wenn sie ihre Ökonomie als so stark ansehen, dass sie Anleihenkäufe reduzieren können. Von hier dürfte bei guten Daten neuer Schwung kommen. So wie gestern als die Daten vom Immobilienmarkt, dem Verbrauchervertrauen und aus der Industrie sehr robust ausgefallen sind. Das Sorgenkind ist jetzt eher China - dort muss sich etwas tun.



Vielleicht war es auch einfach nur der lang gesuchte Anlass für einen breiten Verkauf am Markt nach einer langen guten Phase: Für kräftige Kursverluste bei Aktien, Anleihen, Öl und  Gold haben die neuen Ankündigungen von Ben Bernanke gesorgt: Der Notenbanker prognostizierte, dass sich das Wirtschaftswachstum 2014 auf 3 bis 3,5 Prozent beschleunigen und deswegen die Arbeitslosenquote im vierten Quartal 2014 auf 6,5 bis 6,8 Prozent von aktuell 7,6 Prozent zurückgehen wird und sagte: „Wenn die kommenden Konjunkturdaten weitgehend im Rahmen dieser Prognose liegen, erwartet die Notenbank, dass sie im Jahresverlauf damit beginnen wird, die Anleihenkäufe moderat zu reduzieren.“ Im ersten Halbjahr 2014 sollen die Käufe dann weiter zurückgefahren werden, um sie zur Jahresmitte ganz einzustellen. Bernanke, dessen zweite Amtsperiode Ende Januar 2014 ausläuft, betonte allerdings, dass die Maßnahmen vom Eintreffen der Prognose abhängen würden und nicht in Stein gemeißelt seien.


Liquidität als Schmiermittel


Der drohende Liquiditätsentzug belastete die Börsen erheblich, kauft doch die Notenbank derzeit für insgesamt 85 Mrd. Dollar monatlich Staats- und Hypothekenanleihen, um die Zinsen künstlich niedrig zu halten. Dadurch ist die Bilanzsumme der Fed auf 3,4 Billionen Dollar angewachsen. Wenn Bernanke’s Käufe weniger werden, führt das zu steigenden Zinsen. Entsprechend sind sie für 10jährige US-Anleihen mit über 2,65 Prozent auf das höchste Niveau seit mehr als zwei Jahren gestiegen.


China als Problemkind


Noch stärker als aus dem US-Aktienmarkt haben Investoren Geld aus den Emerging Markets abgezogen. Nachdem in den vergangenen 4 Jahren 3,9 Billionen Dollar in die Emerging Markets geflossen sind, weil dort das Wirtschaftswachstum wesentlich größer war als in den Industriestaaten, haben Investoren seit Anfang Juni aus Aktien und Anleihen aus der Region 19 Mrd. Dollar abgezogen. Wenn die Turbulenzen am Finanzmarkt anhalten, dürften Anleger noch schneller ihr Geld aus den aufstrebenden Ländern abziehen. Zumal wenn der Dollar gegenüber deren Währungen weiter aufwertet. Die Analysten von JPMorgan haben Investoren zuletzt empfohlen bei allen Anlageklassen aus den Emerging Markets „untergewichtet“ zu bleiben. Für zusätzlichen Druck auf die Papiere sorgt der jüngste Einkaufsmanagerindex für die Industrie China’s, der auf 48,3 Punkte gesunken ist. Der Index entfernt sich damit weiter von der 50er-Marke, die die Schwelle zwischen Rezession und Wachstum ist. Auch die jüngsten Probleme um eine Kreditklemme in China treibt Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn. Zwar hat die chinesische Zentralbank hier jetzt beruhigend eingegriffen, aber anfangs nur sehr zögerlich.


Unser Rat lautet daher, kurzfristig sehr genau auf die Konjunkturdaten aus den USA achten und prüfen, ob die Wirtschaft wirklich so weit ist, wie Bernanke glaubt. Gleichzeitig muss man die Chinesen im Auge behalten, die erwähnte Kreditklemme ist nicht zu unterschätzen, verbessern sich aber die Daten und entspannt sich die Situation, könnten vor allem die Aktienmärkte ihre Erholungsrally fortsetzen. Wir haben in den vergangenen Tagen bereits mehrfach Bull-Papiere empfohlen, doch heute nach dem schnellen Anstieg zu Gewinnmitnahmen geraten. Wer nun mit einer Konsolidierung rechnet, sollte hier mit Discountzertifikaten Gewehr bei Fuß stehen, vielleicht das eine oder andere Papier einfach auf die Watch-Liste legen.



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