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Fr, 24. Mai 2019, 22:49 Uhr

Bonitätsanleihen – Erklärung und Anlagebeispiel


12.04.19 14:37
Feingold-Research

Das aktuelle Marktumfeld ist von einer hohen Volatilität an den Aktienmärkten, Nullzinsen für Spareinlagen, hohen Laufzeitrisiken bei klassischen Zinsprodukten und geopolitischen Veränderungen geprägt. In diesem Kontext kann der Kreditmarkt als Assetklasse eine interessante Anlagealternative sein. Da Privatanleger in der Regel keinen Zugang zu Unternehmensanleihen haben, sind Bonitätsanleihen eine bewährte Alternative zu herkömmlichen Aktienanleihen, da sie hohe Kuponzahlungen sowie ein optimales Risiko-Rendite-Profil bieten. Im zweiten Teil erklären wir die Funktionsweise und stellen mögliche Produkte vor.


Funktioniert wie Kreditausfall-Versicherung



Eine Bonitätsanleihe ist mit einer Kreditausfall-Versicherung vergleichbar, mit dem Anleger als Versicherer und dem Zins als Versicherungsprämie, und ähnelt damit grundsätzlich dem Verkauf einer Put-Option. Der Anleger erhält eine Prämie dafür, dass er das Kreditrisiko eines Schuldners zusätzlich zum Emittenten-Risiko übernimmt und im Falle eines Ausfalls den Schaden trägt. Tritt beim Schuldner ein sogenanntes „Kreditereignis” ein, entfallen bzw. reduzieren sich die weiteren Zinszahlungen und die Rückzahlung fällt teilweise oder sogar vollständig aus.


Als Kreditereignis gelten Insolvenz (beinhaltet beispielsweise alle Formen von Insolvenz-, Konkurs-, oder Liquidationsverfahren, sowie den Eintritt der Zahlungsunfähigkeit), Zahlungsstörung (wenn Zahlungsverpflichtungen gegenüber Gläubigern wie beispielsweise Anleihen oder Schuldscheinen nicht ordnungsgemäß bzw. nicht erfüllt werden), Restrukturierung (beinhaltet jegliche Form einer Umstrukturierung von Zahlungsverpflichtungen) sowie Einschreiten der Regierung bei Unternehmen (beispielsweise eine vollständige oder teilweise Enteignung oder Umwandlung der Verpflichtung in Eigenkapital). Die Wertentwicklung der Bonitätsanleihe hängt von der Entwicklung der Kreditmärkte ab.


Ausführliche Erklärungen und Handbücher zu allen gängigen Anlageprodukten finden Sie hier…


Wenn Risikoaufschläge für Kreditversicherungen (CDS) steigen, so sinkt der Preis der Bonitätsanleihe, ähnlich wie beim Anstieg der Zinsen bei einer klassischen Anleihe.


Kurze Laufzeit, hoher Kupon, solider Sicherheitspuffer



Frankfurt_Daimler


Im aktuellen Marktumfeld könnte daher zum Beispiel die 4,25% iTraxx Main Bonitätsanleihe „4 bis 8“ der Société Générale für Anleger interessant sein. Sie kombiniert eine Laufzeit von unter fünf Jahren mit jährlichen Kuponzahlungen von 4,25 Prozent p.a. und einem Sicherheitspuffer von bis zu drei Kreditereignissen bei „Investment Grade“-Unternehmen mit hoher Bonität und geringer Ausfallwahrscheinlichkeit. Falls mehr als drei Unternehmen von einem Kreditereignis betroffen sein sollten, sinkt die Kuponzahlung um jeweils 0,85 Prozentpunkte ab dem vierten Unternehmen.


Darüber hinaus reduziert sich der Rückzahlungsbetrag für jedes weitere Kreditereignis um jeweils 20 Prozentpunkte. Sobald acht oder mehr Unternehmen von einem Kreditereignis betroffen sind, kommt es zu einer vorzeitigen Beendigung und der Anleger erleidet einen Totalverlust, da das Produkt keinen Kapitalschutz bietet.


Basiswert iTraxxMain Index – Investment Grade-Unternehmen als Bezugsgröße



Der Basiswert iTraxx Europe Main Index ist der bedeutendste Index für europäische Unternehmen mit höchster Bonität (Investment Grade). „Investment Grade“-Schuldner verfügen über eine sehr gute bis gute Bonität, und damit eine deutlich geringere Ausfallwahrscheinlichkeit als Referenzschuldner aus dem „High Yield“ (Speculative Grade)-Segment. Der iTraxx Main Index umfasst die 125 liquidesten europäischen Unternehmen, die dem „Investment Grade“-Segment zugeordnet sind.


Die Gewichtung der Unternehmen innerhalb des Index ist gleichwertig und beträgt anfänglich 0,80 Prozent. In halbjährlichen Abständen wird vom Indexanbieter Markit eine neue Indexserie aufgelegt. Die aktuellste Serie, die im September 2015 aufgelegt wurde, ist die Series 24. Die Unternehmen im iTraxx Europe Main Index sind sowohl über Sektoren als auch über geografische Lagen hinweg stark diversifiziert, die Mehrheit stammt aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich und setzt sich überwiegend aus dem Finanzdienstleistungs-, des nicht-zyklischen Konsumgüter- und des Kommunikationssektors zusammen.


Seit Auflage des iTraxx Europe Main Index-Serie 24 im September 2015 ist kein Kreditereignis eingetreten. Seit Auflage des iTraxx Europe Main Index im März 2004 ist trotz Finanzkrise nur ein Referenzschuldner von Kreditereignissen betroffen gewesen, was jedoch kein Indikator für künftige Entwicklungen des Index ist.


Quelle: Société Générale



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