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Mo, 22. Oktober 2018, 23:21 Uhr

variabel Ferratum Capital Germany EUR-Floating-Rate 18/22 auf EURIBOR 3M

WKN: A2LQLF / ISIN: SE0011167972

Anleihen: Lage bleibt volatil


19.08.18 08:54
Redaktion boerse-frankfurt.de


Der Abwärtstrend an den Börsen und bei den Renditen für Bundesanleihen hat sich zwar nicht fortgesetzt, wirklich Ruhe eingekehrt ist an den Märkten aber noch nicht. Anleger bleiben in Habachtstellung.


 


Mit der angekündigten Unterstützung aus Katar in Form von Milliarden-Investitionen hat sich die Lage in der Türkei etwas entspannt. Zudem gab es in Sachen Handelskrieg zuletzt positive Nachrichten: China kündigte an, Ende August eine Delegation in die USA zu schicken. "Die Märkte bleiben aber nervös", meldet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Das Geld aus Katar ist noch nicht geflossen", stellt Arthur Brunner von der ICF Bank fest. "Die Türkei-Krise wird die Märkte noch eine Weile beschäftigen."


 


Der Euro-Bund-Future hält sich auf hohem Niveau und liegt am Freitagmorgen bei 163,51 Punkten nach 163,09 vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren mit 0,31 Prozent, das entspricht in etwa dem Niveau am vergangenen Freitag. Im Februar hatte die Rendite noch 0,74 Prozent erreicht.


 


Türkische Anleihen legen wieder zu


 


Am Montag war die türkische Lira auf ein neues Allzeittief gegenüber US-Dollar und Euro gefallen, hat sich danach aber etwas erholt. Auch türkische Anleihen bzw. solche in türkischer Lira konnten zulegen, wie Rainer Petz von Oddo Seydler berichtet.


 


Eine bis 2025 laufende türkische Staatsanleihe in US-Dollar mit Kupon von 7,375 Prozent (WKN A0DXCJ) fiel Daniel zufolge am Montag bis auf 87,5 Prozent, jetzt sind es wieder 94 Prozent. Auch Papiere solider Schuldner wie KfW oder EIB in türkischen Lira hatten stark an Wert verloren, etwa eine bis 2020 laufende KfW-Anleihe in Lira mit Kupon von 9,25 Prozent (WKN A1SR83): Hier lag der Kurs Anfang der Woche bei 77 Prozent, aktuell sind es wieder 82 Prozent.


 


Kein Flächenbrand in Sicht


 


"Die Türkei-Krise ist nicht vorbei, aber auch nicht ansteckend", meint Analyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Gerade die größeren Schwellenländer seien deutlich besser aufgestellt als die Türkei: Sie hätten keine so großen Leistungsbilanzdefizite, und ihre Geldpolitik sei - anders als die türkische - glaubhaft auf die Bekämpfung von Inflation ausgerichtet.


 


Auch die HSH Nordbank erwartet keinen Strudel nach unten: "Die Schwellenländer stehen in ihrer Gesamtheit besser da als 1997/98", bemerkt Cyrus de la Rubia. Die Abwertung ihrer Währungen wirke in gewisser Weise auch stabilisierend, da sich dadurch die Exportchancen verbesserten, Importe weniger attraktiv würden und somit der Devisenbedarf sinke. Da die Industrieländer weiterhin ein solides Wachstum aufwiesen, werde sich die Türkei-Krise wohl auf dieses Land beschränken und nicht um sich greifen. "Eine Eskalation im Handelsstreit hin zu einem umfassenden Handelskrieg würde die Lage allerdings ändern."


 


Risikoaufschläge für Italien steigen


 


 


Außerdem beunruhigen Italien und die anstehende Haushaltsplanung die Märkte. Dazu hat auch der dramatische Einsturz der Brücke in Genua in dieser Woche beigetragen, den viele als Symbol für das marode Land sehen. "Der Brückeneinsturz wird aber auch zur Polemik gegen die EU genutzt, die das Land angeblich kaputtspart", erklärt Brunner. Die Rendite für zehnjährige italienische Anleihen kletterte jedenfalls wieder über 3 Prozent.


 


Wenig los bei Unternehmensanleihen


 


Für Privatkunden interessante neue Anleihen gab es keine. "Das Neuemissionsgeschäft kam durch die Unruhe an den Märkten zum Erliegen", stellt Brunner fest.


 


In Folge des Brückeneinsturzes gerieten laut Brunner Hochtief-Anleihen (WKN A2LQ5M) etwas unter die Räder. Größere Umsätze in beide Richtungen meldet der Händler weiter für Papiere von Ferratum Capital Germany mit Laufzeit bis 2022 und Kupon von 5,5 Prozent (WKN A2LQLF). "Die meisten Umsätze gab es in dieser Woche aber in türkischen Anleihen."


 


von: Anna-Maria Borse


17. August 2018, © Deutsche Börse AG



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