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DWS Concept Platow LC

WKN: DWSK62 / ISIN: LU1865032954

pfp Advisory: "US-Wahl – Keine Angst vor Demokraten!"


19.10.20 14:01
Redaktion boerse-frankfurt.de

Schlugen sich amerikanische Indizes in Amtszeiten von republikanischen Präsidenten besser als unter demokratischen Präsidenten? Fondsmanager Frank gibt die Antwort.



19. Oktober 2020. FRANKFURT (pfp Advisory). Der Countdown läuft: In wenigen Tagen wissen wir, wer die US-Präsidentschaftswahl gewonnen haben wird – idealerweise. In den meisten Umfragen rangiert Herausforderer Joe Biden stabil und mit komfortablem Vorsprung vor Amtsinhaber Donald Trump. Hätten Umfrageinstitute, Wahlbörsen und Buchmacher bei der vorherigen Präsidentschaftswahl 2016 nicht ein solches Waterloo erlebt, gälte das Rennen wohl als praktisch gelaufen. So aber agieren die meisten Kommentatoren übervorsichtig, zumal das Wahlsystem in den USA spezielle Fallstricke bereithält. Schon 2016 wurde ein Kandidat Präsident, obwohl er fast 2 Prozentpunkte bzw. rund 2,9 Millionen Wählerstimmen weniger als die Gegenkandidatin (Hillary Clinton) eingesammelt hatte. Das ist übrigens kein Einzelfall, dergleichen kam in der Geschichte der USA mehrmals vor.


Ginge es nach den Wählern in Europa, würde Biden wohl ein Erdrutschsieg bevorstehen. Ob er für Europa aber wirklich die bessere Wahl wäre, ist weniger eindeutig. Gewiss: Der polternde Stil und die Unberechenbarkeit der US-Politik, die mit Trump Einzug ins Weiße Haus gehalten haben, würden vermutlich verschwinden. Ein Präsident Biden würde berechenbarer auftreten und im Gegensatz zu Trump internationale Vereinbarungen und Institutionen anerkennen. Weniger Handelskriege und mehr weltweite Kooperation würden gerade einer exportorientierten Nation wie Deutschland tendenziell helfen.


Gleichwohl würde auch Biden zuvorderst die Interessen der USA vertreten und die stärkere Ausrichtung auf den Pazifikraum, die übrigens schon unter Barack Obama begonnen hatte, nicht wieder zurückdrehen. Überdies plant er, die Unternehmenssteuern deutlich anzuheben und damit Trumps Steuerreform teilweise wieder rückgängig zu machen. Denn das muss man Trump lassen: Eine Steuerreform hat er schnell hinbekommen. Das sei insbesondere deutschen Politikern ins Klassenbuch geschrieben, die gerne über Trump lästern, aber Reformen lediglich ankündigen, statt sie zu realisieren. Da er, abgesehen von seinen protektionistischen Anwandlungen und seinem rüden Stil auch gegenüber manchen Unternehmen, tendenziell eine wirtschaftsfreundliche Politik betrieben hat, konnte die Börse in den vergangenen Jahren auch recht gut mit ihm leben. Ob das in gleichem Maße für eine zweite Amtszeit gelten würde, während welcher Trump nicht mehr auf seine Wiederwahlchancen achten müsste, halte ich aber keineswegs für ausgemacht.


Schlechtere Rendite durch Demokraten?


So gesehen vermag ich nicht klar zu entscheiden, ob eine zweite Amtszeit des republikanischen Präsidenten Trump für die Börsen angenehmer wäre als die Ablösung durch den Demokraten Biden. Historisch gesehen ist die naheliegende Vermutung, die Republikaner seien besser für die Wirtschaft als die Demokraten, übrigens nicht haltbar. Empirisch gilt eher das Gegenteil. Da ich dieses auf den ersten Blick überraschende Ergebnis in Kolumnen und Buchbeiträgen in den vergangenen 15 Jahren mehrmals analysiert habe, sei es an dieser Stelle lediglich kurz zusammengefasst (und auf den neuesten Stand gebracht): Ein Investment in den Dow Jones Industrial Average hätte seit dem Jahr 1900 rund 5,4 Prozent pro Jahr eingebracht (geometrische Rendite, eigene Berechnungen). Wer indes nur in den Kalenderjahren investiert war, in denen Präsidenten der Demokratischen Partei regierten, vereinnahmte im Schnitt 7,6 Prozent p. a. Wer dagegen ausschließlich in Jahren engagiert war, in denen Präsidenten der Republikaner an der Macht waren, gewann mit durchschnittlich 3,6 Prozent pro Jahr signifikant weniger.


Über die Gründe für diese erstens überraschende und zweitens erstaunlich große Diskrepanz lässt sich vortrefflich spekulieren. Interessant sind die Ergebnisse aber in jedem Fall. Und sie ändern sich auch nur in Details, wenn statt des Dow Jones Industrial Average andere Börsenbarometer wie der S&P 500 oder der Nasdaq Composite oder andere Zeiträume verwendet werden. Gewiss: Es gibt besondere Marktphasen, die in der Gesamtrechnung schwer wiegen, etwa die New-Economy-Boomjahre bis zur Jahrtausendwende, die fast komplett in die Zeit des demokratischen Präsidenten Bill Clinton fielen, oder die Weltwirtschaftskrise mit dem großen Börsencrash 1929 bis 1932, die den unglückseligen republikanischen Präsidenten Herbert Hoover das Amt kostete. Aber auch ohne diese Besonderheiten scheinen die Ergebnisse in den vergangenen 120 Jahren insgesamt recht robust zu sein.


Apropos großer Börsencrash: Ebenfalls bemerkenswert ist, dass (fast) alle starken Kurseinbrüche in die Amtszeiten republikanischer Präsidenten fielen, obwohl diese in der Summe nur ein paar Jahre länger regierten als ihre demokratischen Pendants: 1907 Theodore Roosevelt, 1929 bis 1932 Herbert Hoover, 1973 bis 1974 Richard Nixon und Gerald Ford, 1987 Ronald Reagan, 2001 bis 2002 und 2008 George W. Bush, 2020 Donald Trump. Auch diese zugegebenermaßen boulevardeske Auswahl stützt die These, dass Aktionäre vor einem demokratischen Präsidenten Joe Biden keine Angst haben müssen.


von Christoph Frank, pfp Advisory.


19. Oktober 2020


Christoph Frank ist geschäftsführender Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam mit seinem Partner Roger Peeters steuert der seit über 20 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktive Experte den DWS Concept Platow (WKN DWSK62), einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds. Weitere Infos unter www.pfp-advisory.de. Frank schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.




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