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Do, 22. August 2019, 22:30 Uhr

Wirecard

WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060

Wirecard: Was hoch gestiegen ist, kann auch tief fallen - Aktienanalyse


01.02.19 17:40
DZ BANK

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Wirecard: Was hoch gestiegen ist, kann auch tief fallen - Aktienanalyse

Nachdem im vergangenen Sommer bereits Google Pay an den Start gegangen war, ist hierzulande das Bezahlen über Handy seit Mitte Dezember auch für iPhone-Besitzer möglich. Dabei ist Apple Pay in Deutschland überraschend erfolgreich gestartet, so die Analysten der DZ BANK in einer aktuellen Veröffentlichung.

Davon profitiere auch Wirecard (ISIN: DE0007472060, WKN: 747206, Ticker-Symbol: WDI, Nasdaq OTC-Symbol: WRCDF), der deutsche Software- und IT-Spezialist für Outsourcing- und White-Label-Lösungen im elektronischen Zahlungsverkehr basierend auf Internettechnologien. Zum einen verdiene der DAX-Aufsteiger aus dem vergangenen Herbst als Kooperationspartner der beiden Rivalen an jeder Zahlung mit, zum anderen profitiere das Unternehmen aber auch ganz generell von der zunehmenden Begeisterung für das Mobile Payment. So würden Analysten die Kooperation mit Apple Pay dann auch als wichtigen Schritt für Wirecard bezeichnen, der einen starken Start in 2019 ermöglichen sollte. Erst vor wenigen Tagen sei zudem die Kooperation mit dem Uhrenhersteller Swatch bekannt gegeben worden, wodurch das kontaktlose Bezahlen per Armbanduhr angeboten werde.

Laut Konsensschätzungen würden die Aktien von Wirecard auf Basis der für 2019 erwarteten Gewinne derzeit mit einem KGV von 36 bewertet. Das sei deutlich weniger als beim engsten Wettbewerber, der niederländischen Adyen (KGV 2019e: 117), die erst im vergangenen Juni an die Börse gegangen sei und deren Aktienkurs seither um über 170% habe zulegen können. Im Falle einer sich fortsetzenden Marktkonsolidierung könnte Wirecard zudem als potenzielles Übernahmeziel interessant werden. Dabei dürfte die Marktkapitalisierung von 19,4 Mrd. Euro für die Großen der Branche kein unüberwindbares Hindernis darstellen. So sei der US-Zahlungsdienstleister Fiserv INC gerade dabei, seinen großen Rivalen First Data zu schlucken, wie die beiden Firmen Mitte Januar mitgeteilt hätten (Volumen 22 Mrd. US-Dollar).

Bereits im vergangenen Sommer habe die französische Worldline das Kartenzahlgeschäft des Schweizer Börsenkonzerns SIX übernommen und die skandinavische Nets sei mit der deutschen Concardis Payment Group zusammengegangen, wobei sich die beiden letztgenannten Transaktionen allerdings in einer deutlich niedrigeren Größenordnung bewegen würden. Unstrittig sei in jedem Fall, dass eine Übernahme Wirecards mit hohen Kursaufschlägen verbunden wäre.

Andererseits bringe die Ausbreitung der ganz großen Player für Wirecard nicht nur Vorteile mit sich. Statt das eigene Mobile-Payment weiter zu forcieren, setze der DAX-Aufsteiger immer stärker auf Kooperationen mit Apple, Google und Co. "Man wolle keine Energie in einen Payment-Konkurrenzkampf gegen Tech-Riesen stecken", wie es aus der Firmenzentrale heiße. Diese Vorgehensweise scheine einerseits zwar durchaus sinnvoll, schaffe gleichzeitig aber gewisse Abhängigkeiten und könne in einem hart umkämpften Markt zu rückläufigen Margen führen.

Hinzu komme die hohe Bewertung des Zahlungsabwicklers, dessen Aktienkurs sich in den zurückliegenden zwei Jahren annähernd vervierfacht habe. So weise der Online-Payment-Spezialist selbst unter Einbeziehung Adyens eine höhere Bewertung als die Peergroup insgesamt auf. Begründet werde dies mit attraktiveren Wachstumsraten.

Diese könnten gerade bei einem Abflauen des weltweiten Wirtschaftswachstums, wie es erst jüngst vom IWF in Verbindung mit besonders deutlichen Eintrübungsbefürchtungen für Deutschland prognostiziert worden sei, allerdings auch schnell wieder in sich zusammenschmelzen. Dabei würden gerade Hochtechnologieaktien, zu denen natürlich auch die Titel des Fintech-Sektors zählen würden, eine ausgeprägte Preissensibilität hinsichtlich negativer oder zum Teil sogar neutraler Nachrichten zeigen. Nicht selten komme es schon dann zu deutlichen Kursrückgängen, wenn die Analystenschätzungen lediglich erreicht oder "nur" leicht übertroffen würden.

Hinzu komme der kürzlich erhobene Vorwurf, dass Wirecard-Manager verdächtigt würden im letzten Jahr mittels gefälschter und zurückdatierter Verträge mehrere bedenkliche Transaktionen verschleiert zu haben. Dies sei in einer internen Präsentation erläutert worden. Die beschriebenen Gelder sollten nach Singapur geflossen sein, was gegen diverse Gesetze verstoße. Die Sprecher von Wirecard würden diesen Vorwurf dementieren und erklären, dass nichts der Wahrheit entspreche.

Nichtdestotrotz brach die Wirecard-Aktie zeitweise um fast 25% ein, so die Analysten der DZ BANK. (Veröffentlicht am 01.02.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze Wirecard-Aktie:

Xetra-Aktienkurs Wirecard-Aktie:
113,80 EUR -21,35% (01.02.2019, 17:00)

Tradegate-Aktienkurs Wirecard-Aktie:
105,95 EUR -27,21% (01.02.2019, 17:15)

ISIN Wirecard-Aktie:
DE0007472060

WKN Wirecard-Aktie:
747206

Ticker-Symbol Wirecard-Aktie Deutschland:
WDI

Nasdaq OTC Ticker-Symbol Wirecard-Aktie:
WRCDF

Kurzprofil Wirecard AG:

Die Wirecard AG (ISIN: DE0007472060, WKN: 747206, Ticker-Symbol: WDI, Nasdaq OTC-Symbol: WRCDF) ist einer der weltweit führenden unabhängigen Anbieter von Outsourcing- und White-Label-Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr. Wirecard unterstützt Unternehmen dabei, elektronische Zahlungen aus allen Vertriebskanälen anzunehmen. Über eine globale Multi-Channel-Plattform stehen internationale Zahlungsakzeptanzen und -verfahren mit ergänzenden Lösungen zur Betrugsprävention zur Auswahl.

Für die Herausgabe eigener Zahlungsinstrumente in Form von Karten oder mobilen Zahlungslösungen stellt die Wirecard Gruppe Unternehmen die komplette Infrastruktur inklusive der notwendigen Lizenzen für Karten- und Kontoprodukte bereit.

Die Wirecard AG ist an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert (DAX, TecDAX). (01.02.2019/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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