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Do, 16. August 2018, 14:49 Uhr

US-Einzelhandel: Auf dem Weg zu 4% Wirtschaftswachstum?


14.06.18 16:43
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Heute sind in den USA sehr bemerkenswerte Zahlen zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze gemeldet worden, so die Analysten der Nord LB.

Im Berichtsmonat Mai habe sich ein Anstieg um sehr beachtliche 0,8% M/M gezeigt. Zudem seien die Angaben für den April noch leicht nach oben revidiert worden. In der Summe hätten die bereits sehr ambitionierten Erwartungen der Marktteilnehmer somit recht deutlich überboten werden können. Dies sei zweifellos eine sehr erfreuliche Nachricht für die US-Wirtschaft.

Im Automobilbereich zeige sich am aktuellen Rand immerhin ein Wachstum von 0,5% M/M. Damit seien die Umsätze in den Autohäusern zwar weniger stark gestiegen als im Mittel der US-Wirtschaft; auch diese Entwicklung habe die Analysten aber ziemlich positiv überrascht.

Bei den Umsätzen mit Baumaterialien und Möbeln, die beide eng mit den Entwicklungen am US-Immobilienmarkt verknüpft seien, würden sich im Mai mit einem Anstieg beziehungsweise Absacken um jeweils 2,4% M/M ungewöhnlich stark voneinander abweichende Werte zeigen. In beiden Fällen handle es sich aber auch um eine Gegenbewegung. Insofern sei bei der ökonomischen Interpretation dieser Daten große Vorsicht geboten.

Erwartungsgemäß hätten die Entwicklungen beim Benzinpreis zu einem ausgeprägten Anstieg der Umsätze an den US-Tankstellen geführt. In Zahlen gesprochen sei es in hier zu einem Zuwachs von immerhin 2,0% M/M gekommen. Zwar möge der höhere Benzinpreis die finanziellen Spielräume der US-Konsumenten an anderer Stelle in bestimmten Umfang einschränken, im aktuellen ökomischen Umfeld dürfte dies aber keine wirklich große Rolle spielen - so hätten die US-Einzelhandelsumsätze exklusive Treibstoff im Berichtsmonat Mai immerhin auch um 0,7% M/M zugelegt.

Die für die BIP-Erhebung der offiziellen US-Statistiker maßgebliche Kontrollgruppe der Einzelhandelsumsätze habe am aktuellen Rand um 0,5% M/M anziehen können. Der für diese Zeitreihe im April gemeldete Wert liege nun bei 0,6% M/M. Folglich werde die US-Wirtschaft offenkundig auch weiterhin durch den Konsum der privaten Haushalte gestützt. In der Tat würden sich hier mit den heutigen Zahlen sogar neue Impulse zeigen. Pessimisten unter den die USA beobachtenden Volkswirten würden nun sicherlich ihre BIP-Prognosen nach oben anpassen müssen. Selbst optimistischere Ökonomen kämen langsam unter Zugzwang, ihr bereits recht freundliches Bild der zukünftigen Entwicklungen zu überdenken; das Gute sei schließlich der Feind des Besseren! Dies könnte weitgehenden Implikationen für die Beurteilung der US-Wirtschaft haben. So möge die Steuerreform der neuen Regierung in einem signifikant verbesserten ökonomischen Umfeld plötzlich viel tragfähiger wirken.

Die heute veröffentlichten Zahlen zur Entwicklung der US-Einzelhandelsumsätze seien ohne jeden Zweifel sehr positiv zu bewerten. Der Verbraucher bleibe somit eine sehr verlässliche Stütze des anhaltenden Aufschwungs im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die magische Marke von 4% Wachstum könnte damit zumindest im zweiten Quartal ins Blickfeld rücken. In jedem Fall seien die aktuellen Angaben zu den Einzelhandelsumsätzen in den Vereinigten Staaten stützend für die internationalen Aktienmärkte und für den US-Dollar. (14.06.2018/ac/a/m)