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So, 6. Dezember 2020, 2:11 Uhr

Fonds: Tech-Fonds als Performance-Renner


24.10.20 09:39
Redaktion boerse-frankfurt.de

Technologiefonds bleiben Anlegers Lieblinge. Auch Nachhaltigkeitsfonds sind weiter gefragt. Breiter streuende Fonds werden dagegen überwiegend verkauft. Erste Kratzer gibt es im Segment Immobilienfonds.


 


22. Oktober 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach dem kräftigen Rücksetzer an der Nasdaq in der ersten Septemberhälfte haben sich viele Technologiewerte wieder erholt – wenn auch die Höchststände noch nicht wieder erreicht sind. Dennoch gehören Technologiefonds zu den Top-Performern in diesem Jahr und kommen auf satte Gewinne. Das macht sich auch im Fondshandel bemerkbar.


Renditen von über 50 Prozent


Weiter sehr beliebt ist laut Jan Duisberg von der ICF Bank vor allem der BlackRock Global Funds World Technology in Euro und US-Dollar (WKN A0BMAN974499). „Da sehen wir fast nur Käufe“, berichtet der Händler. Der Fonds verzeichnet seit Jahresanfang ein Plus von 52 Prozent, auf Sicht von drei Jahren sind es 34 Prozent im Jahr. Nicht ganz so spektakulär ist die Kursentwicklung des ebenfalls gesuchten Deka-Technologie TF (WKN 515263). Der Fonds hat seit Jahresanfang um 18 Prozent zugelegt, auf Dreijahressicht sind es 19 Prozent im Jahr.


Auch Biotechnologiefonds bleiben gesucht. „Die Umsätze von Biotech-Fonds sind hoch, die Schwankungen aber auch“, stellt Duisberg fest, als Beispiel nennt er den Pictet-Biotech (WKN 988562938951).


Außerdem ist Nachhaltigkeit weiter großes Thema. Duisberg berichtet von hohen Umsätzen in diesem Bereich, etwa im Pictet Water (WKN 933349).


Immobilienfonds stabil – mit zwei Ausnahmen


Bislang trotzen offene Immobilienfonds der Corona-Krise und präsentieren sich vergleichsweise stabil. Und Anleger bleiben den Fonds treu ­– anders als während der Finanzkrise. Deutliche Kurseinbußen an der Börse verzeichneten nun aber der UniImmo Global (WKN 980555) und der UniImmo Europa (WKN 980551). „Die sind richtig abgestürzt, wir haben nur Verkäufer gesehen“, berichtet Duisberg. Nach Kursen um die 50 Euro bis Anfang September werden die Fondsanteile des UniImmo Global nun nur noch zu 43 Euro gehandelt, die des UniImmo Europa sind von rund 55 auf 51 Euro gefallen.


Jan Duisberg

Duisberg


„Alle übrigen an der Börse gehandelten Immobilienfonds verzeichnen keine Kurseinbußen“, stellt Duisberg fest. Viel gehandelt auf altem Niveau werde etwa der HausInvest (WKN 980701). Über eine deutlich gestiegene Liquidität freut sich der Händler beim Deka-ImmobilienNordamerika (WKN DK0LLA).


Die Rating-Agentur Scope rechnet für die von ihr untersuchten 16 Immobilienfonds wegen der Pandemie mit steigenden Risiken und fallenden Renditen, insbesondere bei Hotel- und Einzelhandelsimmobilien, so eine Studie von Anfang Oktober. Aufwertungen als Renditetreiber blieben zum ersten Mal seit 2014 aus. Schon im Juni hatte Scope die Ratings von zwölf Immobilienfonds herabgestuft, darunter der DekaImmobilienEuropa, der Hausinvest und der UniImmo Europa. Die Fonds büßten jeweils eine Stufe ein, werden aber immer noch gut eingeschätzt.


Aktienfonds: Abgaben dominieren


Hoch war in den vergangenen vier Wochen auch das Handelsaufkommen bei breit streuenden Fonds mit deutschen, europäischen oder internationalen Aktien, wie Matthias Präger von der Baader Bank berichtet. „Die Umsätze sind gut, wenn auch nicht ganz so gut wie im zweiten Quartal.“ Allerdings meldet der Händler vor allem Verkäufe. So trennten sich Anleger vom DWS Aktien Strategie Deutschland (WKN 976986), vom FF European Dynamic Growth (WKN 603474), vom international investierenden Stuttgarter Aktien-Fonds von IP Concept (WKN A0Q72H) und vom boerse.de-Aktienfonds (WKN A2AQJY). Überwiegend gekauft würden hingegen der DWS Concept Platow (WKN DWSK62) und der Threadneedle (Lux) Global Smaller Companies (WKN A1JJHG).


Ohne große Auffälligkeiten verläuft der Handel im Bereich Asien. „Da ist es deutlich ruhiger“, erklärt Präger. Auf den Verkaufslisten stehe etwa der Baring ASEAN Frontiers (WKN 972867), auf den Einkaufslisten der AGIF Allianz Total Return Asian Equity (WKN A0Q1NV).


Kaum noch Interesse an Goldminenfonds


Goldminenfonds interessieren nur noch wenige. „Der Goldpreis bewegt sich auch kaum noch“, bemerkt Präger. Der Preis für die Feinunze war im August auf ein neues Allzeithoch von 2.069 US-Dollar geklettert, gab dann aber wieder deutlich nach und pendelt seit einigen Wochen um 1.900 US-Dollar. Zuflüsse auf niedrigem Niveau meldet er für den Earth Gold Fund (WKN A0Q2SD).


Anleger verabschieden sich unterdessen vom Structured Solutions Next Generation Resources (WKN HAFX4V), der sich auf Produzenten der „Next Generation-Rohstoffe“ konzentriert, also Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Grafit. Hier werden offenbar Gewinne mitgenommen: Seit Jahresanfang kann der Fonds mit einem Plus von über 72 Prozent punkten.


Eher unspektakulär läuft das Geschäft mit Mischfonds. „Die Umsätze sind derzeit eher niedrig, selbst beim Flossbach von Storch (WKN A0M430) und Carmignac Patrimoine (WKN A0DPW0)“, bemerkt Duisberg. Höhere Nachfrage registriert er hingegen für den Deka-Stiftungen Balance (WKN 589686), einem international anlegenden Mischfonds mit Aktienanteil von maximal 30 Prozent. 


von: Anna-Maria Borse
22. Oktober 2020, © Deutsche Börse AG




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