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SAP

WKN: 716460 / ISIN: DE0007164600

SAP-Aktie: Cloud Computing soll zukünftige Gewinne sichern


10.05.12 11:46
Aktienservice Research

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Für die Analysten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von SAP ein langfristiger Kauf.

Im Jahr 1972 hätten fünf ehemalige Mitarbeiter von IBM die Firma SAP gegründet, wobei das Kürzel für "Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung" stehe. Allerdings sei die Abkürzung erst wesentlich später zum offiziellen Namen des Unternehmens geworden. Heute sei SAP der größte Softwarehersteller Europas und die weltweite Nummer vier in dieser Liste, hinter den US-Unternehmen Microsoft, IBM und Oracle. Für Langfrist-Anleger sei sie wieder einen Blick wert ...

Denn die Walldorfer hätten heute in dem speziellen Bereich der Unternehmenssoftware die Spitzenposition inne. Dabei biete SAP Firmen jeglicher Größenordnung Softwarelösungen für die Abwicklung sämtlicher Geschäftsprozesse eines Unternehmens wie Buchführung, Controlling, Vertrieb, Einkauf, Produktion, Lagerhaltung oder Personalwesen an. Aktuell verfüge SAP über Vertriebs- und Entwicklungsstandorte in mehr als 50 Ländern weltweit. SAP-Anwendungen und Services würden mehr als 183.000 Kunden in der ganzen Welt helfen, ihr Unternehmen rentabel zu führen, flexibel auf Marktänderungen zu reagieren und nachhaltig zu wachsen. Um auch in Zukunft im Bereich Unternehmenssoftware führend zu sein, habe man es sich bei SAP zum Ziel gesetzt, seine Position im Bereich der so genannten Mietsoftware stetig auszubauen.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2012 hätten die Walldorfer unter dem Strich 444 Mio. Euro verdienen können und damit 10% mehr als im Vorjahr. Beim Gesamtumsatz sei es in der gleichen Zeit um 11% auf 3,35 Mrd. Euro nach oben gegangen. Etwas enttäuschend sei der Anstieg der Software-Erlöse ausgefallen. Währungsbereinigt habe man in diesem Bereich lediglich um 1% zulegen können, wobei dieses Geschäft in den USA sogar rückläufig gewesen sei. Hierfür seien laut Unternehmensangaben hauptsächlich die Probleme mit einem neuen US-Vertriebssystem verantwortlich gewesen.

Zwischen Januar und März habe man in den USA ein neues Vertriebsmodell ausprobiert, bei dem man statt auf Regionen auf Branchen spezialisierte Verkäufer losgeschickt und versucht habe, beides zu verbinden. Nun habe man bei SAP erkannt, dass das Experiment schief gegangen sei. Das Unternehmen werde wieder zum bewährten Modell zurückkehren. Ebenso habe man personelle Konsequenzen gezogen und den Nordamerikachef Robert Courteau ausgetauscht. Diese Maßnahmen sollten im weiteren Jahresverlauf das US-Geschäft auf Kurs bringen.

Mit Hilfe des alten Vertriebssystems und der Hoffnung darauf, dass einige Verträge, die im ersten Quartal nicht zustande gekommen seien, im weiteren Jahresverlauf nachgeholt würden, möchte SAP wieder zweistellige Zuwachsraten erzielen. Damit sollten auch die Prognosen für das gesamte laufende Geschäftsjahr erfüllt werden können. Nachdem die Probleme in den USA abgestellt wuorden seien, habe sich SAP Co-Chef Jim Hagemann Snabe sogar ein wenig euphorisch gezeigt: "Wir feuern aus allen Rohren."

Im Gesamtjahr wolle das Unternehmen den Umsatz des Vorjahres mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen von 11,35 Mrd. Euro währungsbereinigt um 10% bis 12% übertreffen. Der bereinigte Betriebsgewinn solle zwischen 5,05 Mrd. und 5,25 Mrd. Euro liegen. Im Jahr 2011 habe dieser noch bei 4,71 Mrd. Euro gelegen. Dazu habe Co-Chef Bill McDermott gesagt: "Wir sind auf der Spur, wir sind zuversichtlich, und wir sind vorbereitet für das Wachstum."

Die Zukunft von SAP solle im Cloud Computing-Markt liegen. Bisher seien die Softwarelösungen von SAP eher für große Unternehmen geeignet gewesen, die auch in der Lage gewesen seien, eigene Server vorzuhalten und aufwändig zu warten. Allerdings habe man bei SAP erkannt, welche Möglichkeiten das Cloud Computing bei den kleineren und mittleren Unternehmen bieten könne. Für diese Firmen lohne sich in den meisten Fällen der Betrieb von aufwändigen Servern oder IT-Abteilungen nicht. Trotzdem möchte man nach Möglichkeit von überall auf der Welt und zu jeder Zeit auf die gespeicherten Daten zurückgreifen können.

Lange Zeit habe SAP in dem Zukunftsmarkt als Nachzügler gegolten. Die Wende solle nun die Übernahme der Firma SuccessFactors bringen. Das US-Unternehmen gehöre zu den Marktführern im Bereich Cloud-basierter Human Capital Management (HCM)-Lösungen. SAP habe sich diese Übernahme insgesamt 3,4 Mrd. US-Dollar kosten lassen. Allerdings seien laut Co-Chef Snabe die ersten Früchte aus der Übernahme schon zu beobachten. "Wir sind ein führender Cloud-Anbieter", habe er bei einer Telefonpressekonferenz anlässlich der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das erste Quartal 2012 gesagt.

Dass SAP immer noch einen langen Weg zurücklegen müsse, um sein Ziel der Weltmarktführerschaft in der Datenwolke zu erreichen, zeige sich am eher geringen Beitrag dieses Geschäftsfeldes zum bisherigen Unternehmenserfolg. Noch vor einem Jahr hätten die Erlöse in dieser Zukunftssparte vernachlässigbare 4 Mio. Euro betragen. Im ersten Quartal dieses Jahres seien es bereits 35 Mio. Euro gewesen, allerdings seien auch diese Zahlen immer noch stark ausbaufähig - angesichts eines Gesamtumsatzes von 3,35 Mrd. Euro.

Der Zukauf von SuccessFactors solle dabei helfen, diesen Rückstand aufzuholen und in der Wolke richtig durchzustarten. Dabei habe das Unternehmen in seiner Unternehmensgeschichte zwar noch keine Gewinne erwirtschaftet, kaönne dagegen jedoch mit einer breiten Kundenbasis glänzen. Im Jahr 2011 habe der Umsatz der Firma 328 Mio. US-Dollar betragen.

SAP selbst rechne frühestens für das Jahr 2013 mit einem positiven Ergebnisbeitrag aus der Wolke. "Das Cloudgeschäft wird im laufenden Jahr noch nicht profitabel sein. Es ist noch zu früh zu sagen, ob uns das schon 2013 gelingt", habe jüngst Finanzchef Werner Brandt zu "Welt Online" gesagt.

SAP schwimme weiterhin auf einer Erfolgswelle. Nachdem das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr bereits das beste Jahr der Unternehmensgeschichte habe feiern können, sollte das laufende Geschäftsjahr nicht minder erfolgreich verlaufen. Das Vertrauen der Anleger scheine das Unternehmen zu besitzen. Im laufenden Jahr habe die Aktie von SAP um etwa 25% zulegen können. Einer der Gründe dafür dürfte sein, dass SAP auf einem sehr guten Weg zu sein scheine, das Rekordjahr 2011 sogar noch zu übertreffen. Somit würden auch die mittelfristigen Wachstumsziele in Sichtweite bleiben.

Für das Jahr 2015 habe man sich das Umsatzziel von 20 Mrd. Euro gesetzt. Die operative Marge solle mindestens 35% betragen. Diese Ziele möchte SAP u.a. mit weiteren Übernahmen und einem Wachstum im für die Unternehmen immer wichtiger werdenden Zukunftsmarkt Cloud Computing, mit einem starken Ausbau des Geschäfts in China sowie weiteren Produkteinführungen wie der Datenbank-Software Hana erreichen. Nachdem die allgemeinen Rezessionsängste schon im letzten Jahr nicht dafür hätten sorgen können, dass die SAP-Zahlen schwächer würden, sollte es auch 2012, bei sich wahrscheinlich aufhellender Konjunktur, erneut ein sehr gutes Jahr für den Unternehmenssoftwarehersteller werden.

Außerdem dürfte die Schwäche in den USA im ersten Quartal nach der Rückkehr zum bewähren Vertriebssystem überwunden sein. Sollte sich die Eurokrise nicht erheblich verschärfen, dürfte lediglich der anhaltende Rechtsstreit mit dem großen US-Konkurrenten Oracle einige Unsicherheiten im weiteren Jahresverlauf darstellen.

Für die Analysten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von SAP ein langfristiger Kauf. (Ausgabe 539 vom 09.05.2012) (10.05.2012/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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