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So, 22. September 2019, 16:04 Uhr

KTG Agrar

WKN: A0DN1J / ISIN: DE000A0DN1J4

KTG Agrar steigende Preise lassen die Kasse kräftig klingeln


12.08.10 08:54
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Einschätzung der Experten von "Aktienservice Research" ist die KTG Agrar-Aktie ein langfristiger Kauf.

"Die Menge allein macht noch keine gute Ernte, auch der Preis muss stimmen", habe jüngst Siegfried Hofreiter, Chef des Landwirtschaftskonzerns KTG Agrar beim Blick auf die gut gestartete Erntesaison 2010 erläutert. Die Erträge dürften zwar unter den sehr üppigen des Vorjahres liegen, die zuletzt kräftig gestiegenen Preise, wie für Raps oder Weizen, dürften dies jedoch mehr als ausgleichen. KTG Agrar sei somit auf Kurs, auch 2010 starke Ergebnisse einzufahren. Und auch darüber hinaus stünden die Chancen für weiteres profitables Wachstum gut, was die Aktie zu einem aussichtsreichen Investment mache.

Jüngst habe der Kurs bereits sehr positiv reagiert. KTG Agrar habe zuletzt gemeldet, mit der Rapsernte den ersten Abschnitt der Erntesaison 2010 erfolgreich beendet zu haben. Rund 10.000 Tonnen der Ölfrucht seien eingebracht worden. Der Vorstand habe von einem guten Niveau gesprochen, auch wenn die Menge etwa 8% bis 10% unter der des Rekordjahres 2009 liege. Er habe die unter anderem aufgrund der sich abzeichnenden erheblichen Ernteausfälle in Südosteuropa deutlich gestiegenen Kurse bei Agrarrohstoffen hervorgehoben.

Die höheren Preise würden auch die Kasse bei KTG Agrar kräftig klingeln lassen. Bereits 75% der Rapsernte seien zu einem zum Vorjahr um 30% auf mehr als 300 Euro je Tonne gestiegenen Durchschnittspreis veräußert worden. Mit dem Verkauf der restlichen 25% werde der erzielte Preis weiter steigen. Laut Vorstand würden aktuell rund 360 Euro je Tonne gezahlt, was somit den Ernterückgang mehr als ausgleiche. "Wenn die Saison so weiterläuft, können wir sehr zufrieden sein", habe er sich gefreut. Er habe wohl auch die kräftig steigenden Kurse bei anderen Feldfrüchten, wie Weizen oder Mais, im Hinterkopf, die die ebenfalls geringeren Ernten auffangen dürften.

Insgesamt bewirtschafte die Firma mehr als 30.000 Hektar in Deutschland und Litauen. Die Anbauflächen seien regional breit gestreut, um vor Ort weniger stark vom Wetter abhängig zu sein und so stabile Ernten einzufahren. Zur Strategie der geografischen Diversifizierung passe die Übernahme eines ersten Landwirtschaftsbetriebes in Thüringen im Juli. Mit der dadurch gesicherten Nutzfläche von rund 1.000 Hektar habe KTG Agrar seine Position als eines der flächenstärksten Agrarunternehmen in Europa ausgebaut. Kernkompetenz sei der ökologische und konventionelle Anbau von Getreide, Mais und Raps. Ökologisch angebaut würden vor allem Weizen, Roggen, Körnermais und Dinkel. KTG Agrar sei dabei, gemessen an der Anbaufläche, führend in Deutschland.

Sowohl für die konventionelle als auch die ökologische Landwirtschaft würden die Perspektiven stimmen. Die Nachfrage nach Agrarprodukten dürfte künftig weiter zunehmen. Dafür würden die Zunahme der Weltbevölkerung und der wachsende Wohlstand in aufstrebenden Märkten sprechen, was die Essgewohnheiten ändere und einen steigenden Fleischkonsum erwarten lasse, der wiederum den Bedarf an Futtermitteln wie Getreide erhöhe. Hinzu komme die Urbanisierung. Nicht zu vergessen seien die knappe Ressource Ackerland und die Auswirkungen eines sich verändernden Klimas auf die Produktion. Eine treibende Kraft sei auch der Boom bei Bio-Nahrung in Europa. Nach Prognosen der ZMP dürfte allein hierzulande der Bio-Markt von prognostizierten 6,2 Mrd. Euro Umsatz im laufenden Jahr auf 16 Mrd. Euro bis 2020 klettern.

Vielversprechende Aussichten gebe es ferner beim dritten Standbein, der Erzeugung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Gesellschaft betreibe 13 Biogasanlagen mit einer elektrischen Anschlussleistung von derzeit insgesamt rund 11 MW. Erklärtes Ziel für 2012 seien 20 MW. KTG Agrar sei überzeugt, dass Biogas eine der wichtigen Energiequellen des 21. Jahrhunderts werde. Ein großer Vorteil gegenüber anderen regenerativen Energien wie Wind oder Solar sei die witterungsunabhängige Produktion. Zudem sei Biogas grundlastfähig, speicher- und transportierbar. Überzeugend sei ferner das integrierte Konzept. Die Gesellschaft produziere die nachwachsenden Rohstoffe selbst, sei dadurch unabhängig von der Preisentwicklung.

Einerseits werde auf extra dafür vorgesehenen Flächen "Energiemais" angebaut. Andererseits setze man zunehmend auf Zweitfrüchte wie Hirse, um nach der Haupternte von Getreide für Lebensmittel die Flächeneffizienz aber auch die Maschinenauslastung deutlich zu erhöhen. Verwertet würden außerdem Reststoffe wie Gras und Stroh. Mit dem Zweitfruchtanbau habe der Vorstand ein schlagkräftiges Argument gegen die oft von Kritikern zitierte Flächenkonkurrenz zwischen der Produktion von Nahrungsmitteln und der von nachwachsenden Rohstoffen zur Energiegewinnung. Abgerundet werde das plausible und "runde" Konzept dadurch, dass die Biogas-Anlagen dort aufgebaut würden, wo es auch Abnehmer für die bei der Stromproduktion anfallende Wärme gebe, um so den Wirkungsgrad zu erhöhen. Ferner werde das nach Vergärung anfallende Restsubstrat als Dünger genutzt.

Synergien seien im gesamten Konzern wichtige Eckpfeiler. Dazu zähle auch der überregionale Einsatz der Landmaschinen, die somit stärker ausgelastet seien. KTG Agrar suche ferner ständig nach weiteren Wegen für eine bessere Effizienz. Ein gutes Beispiel dafür sei der 2010 erfolgte Schritt in den Energieholzanbau. Auch hier könnten Traktoren oder Häcksler dann zum Einsatz kommen, wenn sie sonst stillstünden, wie im Winter. Ziel sei die Gewinnung von Holzhackschnitzeln für die Energieproduktion. Dazu würden auf Flächen mit mageren Böden so genannte Kurzumtriebsplantagen (KUP) bewirtschaftet, die Holz in kurzem Zeitraum erzeugen würden. Sie bestünden aus speziell zu diesem Zweck gezüchteten sehr produktiven Baumarten der Pappel und Weide. Nach der voll mechanisierten Ernte würden diese Bäume wieder aus den Stubben austreiben, eine Neuanpflanzung entfalle. Nach Firmenangaben dürfte der noch sehr kleine und gerade in Entwicklung befindliche Bereich ab dem nächsten Jahr Umsätze beisteuern.

2009 habe der Konzern seinen Umsatz um 22% auf 32,3 Mio. Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei von 7,5 auf 9,2 Mio. Euro geklettert. Analysten würden für 2010 mit einem EBIT von mehr als 12 Mio. Euro rechnen. Der eher konservativ planende Vorstand fühle sich damit wohl. Im nächsten Jahr könnte die Dynamik dann weiter zunehmen. Die derzeit hohen Verkaufspreise könne man sich am Terminmarkt sichern. Zudem habe KTG Agrar bei wichtigen Betriebsstoffen wie Diesel oder Dünger, die immerhin zwei Drittel zu den gesamten Ausgaben beitragen würden, die günstigen Preise genutzt, um sich einzudecken. Dies spreche für steigende Margen.

Der Landwirtschaftskonzern überzeuge mit seinem integrierten Geschäftsmodell, das auf langfristig aussichtsreiche Trends (steigende Weltbevölkerung, Bio-Boom, Energie aus nachwachsenden Rohstoffen) ausgerichtet sei, Synergien schaffe und damit die Effizienz erhöhe. Neben dem geplanten Ausbau der Fläche von jährlich 10% dürfte künftig die Expansion im Bereich Biogas-Erzeugung vorangetrieben werden.

Für langfristig orientierte Investoren ist die KTG Agrar-Aktie, die moderat bewertet ist, daher interessant, so die Experten von "Aktienservice Research". Für kurzfristige Investoren könnte zudem die Charttechnik Kaufanreize bieten. Der Kurs sei jüngst vom Aufwärtstrend seit November 2008 nach oben abgeprallt und habe die Abwärtstrendlinie der Korrektur seit März 2010 überwunden, was für weitere Zuwächse sprechen könnte. Bei einer Investitionsentscheidung sei jedoch zu beachten, dass die Firma ein sehr kleiner, enger Nebenwert sei, was sich in einer höheren Volatilität widerspiegele. (Aktien Ausgabe 518 vom 11.08.2010) (12.08.2010/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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