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WKN: A14Y6F / ISIN: US02079K3059

Google-Aktie: Produktoffensive soll Konkurrenz das Fürchten lehren


13.09.12 08:38
Aktienservice Research

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Google-Aktie (ISIN US38259P5089 / WKN A0B7FY) ein langfristiger Kauf.

Mit dem Betriebssystem Android habe Google gezeigt, dass es mehr sei, als nur eine Suchmaschine. Daneben wolle Google mit weiteren Produkten wie dem eigenen sozialen Netzwerk Google+, dem Tablet-PC Nexus 7, dem Media-Player Nexus Q und vielen weiteren Innovationen der Konkurrenz das Fürchten lehren.

Ende des vergangenen Jahrtausends habe die Suchmaschine Google die schöne neue Internetwelt betreten. Das Ergebnis sei nichts weniger gewesen, als eine Revolution der Nutzung des "World Wide Web". Als Folge davon sei nicht mehr im Internet gesucht, sondern nur noch "gegoogelt" geworden. Schnell sei der Internet-Pionier Yahoo! (ISIN US9843321061 / WKN 900103) mit seiner Suchmaschine ins Hintertreffen geraten und habe dem Emporkömmling immer mehr das Feld überlassen.

Seitdem sei Google aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das Unternehmen selbst nutze die weite Verbreitung seiner Suchmaschine, um seinen Werbekunden Anzeigen im Internet zu verkaufen. Diese würden Google dann für die Anzahl der Klicks auf ihre jeweiligen Werbe-Anzeigen bezahlen. Mit diesem Geschäftsmodell habe der Konzern in den vergangenen Jahren teilweise beeindruckende Geschäftserfolge feiern können. Jedoch habe der Internet-Riese auch immer neue Geschäftsfelder erobern wollen, um weitere Standbeine neben dem Werbegeschäft zu haben. Nach einigen Fehlschlägen sei das Betriebssystem Android zum großen Erfolg und zum dominierenden Betriebssystem bei den Smartphones geworden. Doch an dieser Stelle solle noch lange nicht Schluss sein.

In diesem Jahr hätten die Schlagzeilen im Technologiesektor weniger dem Internet-Riesen Google, sondern häufig den Konkurrenten Facebook oder Apple gehört. Das soziale Netzwerk Facebook machte zunächst mit seinem heiß ersehnten Börsengang und anschließend mit dem folgenden Absturz beim Aktienkurs von sich reden, so die Experten von "Aktienservice Research". Apple dagegen habe die Anlegerwelt mit neuen Höhenflügen bei seinem Aktienkurs in Erstaunen versetzt und sei sogar zum wertvollsten Unternehmen aller Zeiten avanciert.

Bei dieser Nachrichtenlage sei es zwischenzeitlich etwas ruhiger um Google geworden, das zwar immer noch den Suchmaschinenmarkt und den Markt für Internetwerbung dominiere, aber ähnlich wie der Software-Gigant Microsoft Schwierigkeiten habe, neue Märkte zu erobern. Allerdings dürfte Google spätestens seit der hauseigenen Entwicklerkonferenz Google I/O Ende Juni in den Fokus der Anleger eindrucksvoll zurückgekehrt sein. Dabei habe der Internet-Konzern zu einem großen Rundumschlag gegen die Technologiekonkurrenz ausgeholt, indem eine ganze Reihe neuer Entwicklungen mit teilweise großen Showeinlagen präsentiert worden seien. Denn Google sei bestrebt, weitere Einnahmequellen neben der Werbung und dem sehr erfolgreichen Betriebssystem Android für mobile Geräte wie Smartphones oder Tablet-PCs zu erschließen.

Dabei solle beispielsweise das eigene Tablet Nexus 7 dem Marktführer Apple und seinem iPad Paroli bieten. Zwar sei das Nexus 7 wesentlich kleiner als das iPad und wird auch nicht die große Zahl an Funktionen haben, allerdings bewege es sich mit 199 US-Dollar in einem wesentlich niedrigeren preislichen Segment und trete damit in direkte Konkurrenz zu dem Kindle Fire von Amazon.com (ISIN US0231351067 / WKN 906866). Zudem werde Nexus 7 mit der neuesten Android-Version "Jelly Bean" ausgestattet sein. Trotz der Vorstellung von Nexus 7, des Media-Players Nexus Q oder "Jelly Bean", das Funktionen wie die Spracherkennung ohne Internet-Verbindung haben solle, sei die Präsentation der Datenbrille Google-Glass zum Highlight der Konferenz gewesen.

Diese Datenbrille solle nichts weniger erreichen als eine Revolution der mobilen Internet- und Computernutzung. Dem Anlass entsprechend sei eine spektakuläre Show inszeniert worden. Fallschirmspringer seien mit den Brillen ausgestattet worden. Die Zuschauer im Konferenzsaal hätten dann über eine Leinwand deren Sprung, die Landung auf dem Gebäudedach und den frenetisch umjubelten Einmarsch in den Saal mitverfolgen können. Allerdings befinde sich die Brille noch in einem Entwicklungsstadium. Ausgewählte Entwickler könnten die Brille aber jetzt schon für 1.500 US-Dollar vorbestellen. Laut Aussagen des Google-Chefs Sergey Brin scheine jedoch eine Serienproduktion für diese revolutionäre Technik noch vor Ende 2013 nicht abwegig.

Neben der Technik, die uns in Zukunft ins Staunen versetzen solle, könne Google aber auch mit so etwas bodenständigem wie seinen Geschäftszahlen beeindrucken. Der Internet-Konzern habe im zweiten Quartal 2012 seine Umsatzerlöse auf 12,21 Mrd. US-Dollar gesteigert. Dies habe einen Anstieg von 35% im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum bedeutet.

Beim Nettoergebnis sei es von 2,51 Mrd. US-Dollar bzw. 7,68 US-Dollar je Aktie im Vorjahr auf nun 2,79 Mrd. US-Dollar oder 8,42 US-Dollar je Aktie nach oben gegangen. Das um Einmaleffekte bereinigte EPS habe sich auf 10,12 US-Dollar, nach 8,74 US-Dollar im Vorjahr belaufen und damit über den Markterwartungen von 10,04 US-Dollar gelegen. Dagegen seien die Preise, die die Werbekunden von Google für einen Klick auf ihre Anzeigen bezahlt hätten, im Jahresvergleich um 16% gesunken. Jedoch habe Google dies mit einer deutlich gestiegenen Anzahl von Klicks wettmachen können. Insgesamt seien 42% mehr Klicks verbucht worden.

Aufgrund des anhaltenden Geschäftserfolgs und der durch die Entwicklerkonferenz entfachten Erwartungen an zukünftige Produktinnovationen habe der Aktienkurs des Unternehmens einen beeindruckenden Anstieg verbuchen können. Dabei habe sich die Google-Aktie seit Anfang Juli um etwa 20% verteuert. Somit sei sogar das Allzeithoch von 747,24 US-Dollar in greifbare Nähe gerückt. Trotz des jüngsten Anstiegs sei das Papier für einen US-Technologiewert mit einem 2012er-KGV von 16 sicherlich nicht überbewertet.

Welchen negativen Einfluss ein verlorener Rechtsstreit auf den Aktienkurs eines Unternehmens haben könne, habe man im August sehr gut beobachten können, als der Kurs der Samsung-Aktie nach einer Niederlage vor Gericht gegen Apple einstürzte.

Dabei habe eine Jury im amerikanischen San Jose Samsung zu einer Zahlung von 1,05 Mrd. US-Dollar an Apple verurteilt, weil sie es als erwiesen angesehen habe, dass Samsung bei seinen Smartphones von Apples Erfolgsmodell iPhone abgekupfert habe. Dies sei auch für Google von sehr großem Interesse, da das Betriebssystem Android in der Regel auf Konkurrenzprodukten zum iPhone installiert sei. Daher hätten sich in der Vergangenheit auch verschiedene Konflikte zwischen Google und Apple in Sachen Patente ergeben. Beispielsweise habe der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs Android als "gestohlenes Produkt" bezeichnet.

Mit dem großen Erfolg des Betriebssystems Android habe Google gezeigt, dass das Unternehmen weitere Geldquellen neben seinem traditionellen Anzeigen-Geschäft erschließen könne. Daneben hätten die auf der eigenen Entwicklerkonferenz vorgestellten Innovationen eine Aufbruchsstimmung rund um den Internet-Konzern ausgelöst, die für eine Fortsetzung des erfolgreichen Kurses von Google spreche. Dabei müsse sich Google derzeit auch wenige Sorgen darüber machen, dass die aufstrebende Internet-Konkurrenz wie das soziale Netzwerk Facebook die führende Position des bisherigen Platzhirschs in Gefahr bringen könnte.

Zwar verdiene Facebook sein Geld ebenfalls mit Werbe-Anzeigen, allerdings sei die Wahrscheinlichkeit bei Google wesentlich höher, dass diese Anzeigen auch tatsächlich angeklickt würden. Denn während sie bei Facebook als lästiges Anhängsel gesehen würden, würden Internetnutzer bei Google konkret nach Produkten suchen, was die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass sie auf die passenden Angebote klicken würden.

Den Experten von "Aktienservice Research" zufolge ist die Google-Aktie ein langfristiger Kauf. Das Stop-loss-Limit sollte bei 565 USD beachtet werden. (Ausgabe 543 vom 12.09.2012) (13.09.2012/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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