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WKN: A1K020 / ISIN: DE000A1K0201

GESCO-Aktie: Mit den "Hidden Champions" zum Erfolg


14.06.12 11:46
Aktienservice Research

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die GESCO-Aktie ein langfristiger Kauf.

Immer wenn erfolgreiche Unternehmen aus dem Mittelstand auf der Suche nach einem neuen Inhaber seien, schaue sich die im SDAX gelistete GESCO AG diese Firmen genauer an. Die 1989 von einer Gruppe privater Investoren gegründete Beteiligungsgesellschaft versuche, die so genannten "Perlen" des Mittelstands zu finden. Wenn Unternehmen ohne Nachfolger dastünden, komme GESCO ins Spiel und "baut den Unternehmen mit ungelöster Nachfolge eine Brücke in die Zukunft."

Das GESCO-Geschäftsmodell bestehe darin, geeignete Firmen zu identifizieren, in das eigene Portfolio aufzunehmen und langfristig weiterzuentwickeln. In den nächsten Jahren dürfte GESCO eine große Zahl potenzieller Kandidaten zur Verfügung stehen, denn laut Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) würden bis 2014 jedes Jahr 22.000 Unternehmen einen Nachfolger für ihren scheidenden Firmenchef suchen.

Dabei stelle GESCO heraus, dass die Investments im Gegensatz zu Private Equity-Gesellschaften langfristig angelegt seien und die Rendite aus den laufenden Erträgen der Gesellschaften erwirtschaftet werde. Das Unternehmen verfolge keine auf den späteren Verkauf der Beteiligungen zielende Exit-Strategie. Somit generiere die Gruppe ihr Wachstum mindestens aus zwei Quellen. Zum einen würden die bestehenden Beteiligungen weiterentwickelt, und zum anderen wachse GESCO durch die Akquisition weiterer Tochtergesellschaften.

GESCO bezeichne gut positionierte mittelständische Unternehmen als "Perlen" des Mittelstands oder auch "Hidden Champions". Dabei möchte sich die Gruppe vor allem die positiven mittelstandstypischen Eigenschaften dieser Firmen zunutze machen, wie Marktnähe, Kundenorientierung, Innovationskraft, hohe Identifikation der Belegschaft und schnelle Entscheidungswege. GESCO erwerbe ausschließlich produzierende Unternehmen des industriellen Mittelstands und konzentriere sich auf die Branchen Werkzeug-/ Maschinenbau und Kunststoff-Technik.

Da GESCO an einer positiven Unternehmensentwicklung interessiert sei und nicht an einem schnellen, gewinnbringenden Weiterverkauf seiner Beteiligungen, wolle man unternehmerisch denkende Manager als Nachfolger für die Alteigentümer einer Firma einsetzen. Dabei würden grundsätzlich 100% der Gesellschaftsanteile übernommen. Nach einer gewissen Bewährungsphase werde der neue Geschäftsführer mit etwa 20% am übernommenen Unternehmen beteiligt. Hierdurch solle sichergestellt werden, dass seine Entscheidungen auf eine nachhaltig positive Unternehmensentwicklung ausgerichtet seien.

Bei seinen neuen Tochterunternehmen versuche GESCO, die Management-Standards zu modernisieren, denn obwohl sich diese Mittelständler erfolgreich auf dem Markt behauptet hätten, hätten sie häufig verstaubte Strukturen. Hierbei leiste die Dachgesellschaft eine kontinuierliche und intensive Betreuung der Unternehmen durch Coaching, Controlling und Consulting.

Mit diesem Konzept fahre GESCO bisher sehr gut, denn im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/2012 (1. April 2011 bis 31. März 2012) habe das Unternehmen sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis Rekordwerte erreichen können. Dabei sei der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um etwa 24% auf 415,4 Mio. Euro gesteigert worden. In der gleichen Zeit habe der Konzernjahresüberschuss nach Anteilen Dritter um gut 48% zugelegt und 22,6 Mio. Euro erreicht.

Damit seien sogar die unternehmenseigenen Prognosen für das vergangene Geschäftsjahr leicht übertroffen worden, obwohl diese im Februar 2012 noch angehoben worden seien. So habe das Unternehmen einen Konzernumsatz von 410 Mio. Euro und einem Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter von 22 Mio. Euro erwartet.

Die Aktionäre von GESCO würden sich ganz besonders über die positive Geschäftsentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr freuen können. Denn neben den Rekorden beim Umsatz und dem Ergebnis solle auch die Ausschüttung auf Rekordniveau liegen. Die Dividende solle von 2,00 Euro im Vorjahr um 45% auf 2,90 je Aktie angehoben werden.

GESCO scheine für die nahe Zukunft einiges vorzuhaben. Denn jüngst sei das Grundkapital im Zuge einer Kapitalerhöhung um etwa 10% angehoben worden. Die von Unternehmensseite als "klein" bezeichnete Kapitalerhöhung habe GESCO einen Bruttoemissionserlös von etwa 19,6 Mio. Euro gebracht. Das Geld solle dem Geschäftsmodell entsprechend für Akquisitionen mittelständischer Industrieunternehmen verwendet werden.

So sehe GESCO-Vorstand Dr. Hans-Gert Mayrose für das Jahr 2012 gute Chancen, das Portfolio zu erweitern. Laut Mayrose würden die Vorteile dieser Stärkung des Eigenkapitals in den aktuell unsicheren Zeiten an den Finanzmärkten auf der Hand liegen: "Wir können bei Bedarf schnell zuschlagen, ohne auf Finanzierungszusagen angewiesen zu sein. Angesichts weiterhin volatiler Kapitalmärkte ist die ‚kleine‘ Kapitalerhöhung in der jetzt durchgeführten Form für die Gesellschaft ein ausgesprochen effizienter und kalkulierbarer Weg der Eigenkapitalbeschaffung."

Nach der Kapitalerhöhung habe GESCO nicht lange gefackelt und die Übernahme der C.F.K. CNC-Fertigungstechnik Kriftel GmbH gemeldet. Das 1986 gegründete Unternehmen sei eines der führenden Zentren für hochpräzises Draht- und Senkerodieren. CFK bearbeite Bauteile aus verschiedensten Branchen vom Maschinenbau über die Luft- und Raumfahrtindustrie bis zur Medizin- und Mikrotechnik. Ergänzt werde die hohe Kompetenz im Erodieren durch intensives Know-how im Laserschmelzen. Mit 46 Mitarbeitern erwirtschafte das Unternehmen einen Umsatz von rund 7,5 Mio. Euro.

Nachdem die GESCO-Aktie ihren Wert seit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise verdoppelt habe und über die Marke von 70 Euro geklettert sei, hätten einige Faktoren dafür gesorgt, dass das Papier aktuell ein kleines Zwischentief durchleben müsse. Allerdings könne dies auch eine gute Einstiegschance bieten. Denn aufgrund der Rekordergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr und durch weiterhin positive Aussichten, von den "Perlen" des Mittelstands profitieren zu können, würden sich dem Unternehmen gute Zukunftsperspektiven bieten.

Aufgrund des rasanten Anstiegs der letzten Jahre hätten sich bei dem Papier einige Überhitzungsanzeichen ergeben, und viele Investoren würden den gestiegenen Aktienkurs zu Gewinnmitnahmen genutzt haben. Daneben dürften die alten Aktionäre von der Kapitalerhöhung wenig begeistert gewesen sein, was ebenso zu Verkäufen bei der Aktie geführt haben dürfte. Außerdem erleben wir derzeit eine Zuspitzung der Eurokrise, in Folge derer die Aktienkurse auf breiter Front gefallen sind, so die Experten von "Aktienservice Research". Die Unsicherheiten, die sich aus den Problemen in Griechenland und Spanien ergeben hätten, hätten die Anleger veranlasst, ihr Geld verstärkt aus Aktien abzuziehen.

Mit seiner Kapitalerhöhung habe GESCO ein klares Signal gesetzt, dass man weiter auf der Suche nach geeigneten Zukäufen sei. Außerdem habe sich die Gruppe damit Flexibilität bewahrt, obwohl die Unsicherheiten in Zeiten volatiler Märkte gestiegen seien. Da in den nächsten Jahren viele "Perlen" mit einer ungeklärten Nachfolge zu erwarten seien, stehe GESCO ein großer Fundus zur Verfügung, aus dem die Gruppe auswählen könne.

Daneben könnte sich bei der GESCO-Aktie aufgrund eines Zwischentiefs eine günstige Einstiegsmöglichkeit ergeben, was langfristige Käufe rechtfertigen könnte, so die Experten von "Aktienservice Research". (Aktien Ausgabe 540 vom 13.06.2012) (14.06.2012/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
Werte im Artikel
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