Suchen
Login
Anzeige:
So, 25. August 2019, 17:21 Uhr

USD/GBP (US-Dollar / Britische Pfund)

WKN: / ISIN: XC0009652824

DJ MARKT-AUSBLICK/Der Ölpreis gibt unverändert den Takt vor


19.02.16 13:56
Dow Jones Newswires



DJ MARKT-AUSBLICK/Der Ölpreis gibt unverändert den Takt vor




Von Benjamin Krieger




FRANKFURT (Dow Jones)--Der Ölpreis ist unverändert die entscheidende Stellschraube für den Risiko-Appetit an den Finanzmärkten. Legt man die Kursverläufe des Ölpreises und des DAX-Future in dieser Woche übereinander, so offenbart sich ein nahezu perfekter Gleichlauf. Steigt der Ölpreis, so steigt auch der Terminkontrakt auf den DAX. Und umgekehrt.




Mit den niedrigen Preisen für Öl und andere Rohstoffe verbinden sich weltweit sinkende Inflationserwartungen. Und damit indirekt auch die Erwartung niedriger Zinsen. In Deutschland beispielsweise sind die Energiepreise im Januar im Vergleich zum Dezember um 2,5 Prozent gefallen. Das ist der größte monatliche Rückgang seit fast sieben Jahren. Die Gespenster Deflation und Rezession gehen um.




Nicht ganz unbegründet, wie Carsten Klude von M.M.Warburg meint. So entfalle die Hälfte des Anstiegs der Investitionen von 2010 bis 2014 in den USA auf die Ölindustrie. "Einige Beobachter befürchten, dass die Ölunternehmen in den letzten Jahren derart viele Schulden aufgebaut haben, dass daraus ein systemisches Risiko entstehen könnte", sagt der Volkswirt. Ähnlich dem Platzen der Blase am Markt mit verbrieften Wertpapieren, auf die 2008 die Pleite von Lehman Brothers folgte.





Die Rettung kommt aus Saudi-Arabien



Der gleichzeitige Rückgang des Ölpreises und der Zinserwartungen setzt vor allem den Energiesektor und die Finanzindustrie unter erheblichen Druck. Francisco Blanch von der Bank of America Merrill Lynch schätzt, dass der jüngste Wertverlust von 4,6 Billionen US-Dollar an den Börsen rund um den Globus zu fast zwei Dritteln auf diese beiden Sektoren entfällt.




"Stehen wir also vor einer Rezession?", fragt der Rohstoffstratege. Kurioserweise könnte die Rettung für die Finanzmärkte gerade aus Saudi-Arabien kommen, dem größten Ölproduzenten der Welt. Blanch schätzt, dass die Inlandsnachfrage in dem Land in den kommenden Monaten um 450.000 Fass Rohöl pro Tag steigt. Die Exporte dürften um eben dieses Volumen zurückgehen, was den Ölpreis stützen dürfte.




Mit dem nahenden Frühling werde zudem der Andrang an den Tankstellen zunehmen. "Wir rechnen mit einer starken Fahrsaison im Sommer", sagt Blanch. Die drastisch gekürzten Kapazitäten der Ölproduzenten würden sich ebenfalls zunehmend auf den Preis auswirken. Und auch das Einfrieren der Förderung der Opec sei ein wichtiger Schritt. All das werde den Ölpreis bis zur Jahresmitte auf 47 Dollar zulegen lassen.





Bei steigendem Ölpreis wieder ins Risiko gehen



Sollte dieses Szenario Realität werden, dürfte man vor allem im US-Energiesektor tief aufatmen. Viele Produzenten dort sind hoch verschuldet. "Die Zahl der Ausfälle kleinerer Öl- und Gasproduzenten steigt und auch das Risiko für die Großen", sagt Blanch. Bislang seien in der Branche Anleihen im Volumen von 18 Milliarden Dollar ausgefallen. Für die 25 größten Ölproduzenten sei die Wahrscheinlichkeit eines Schuldnerausfalls im Schnitt auf 27 Prozent gestiegen.




Genau diese Sorgen hatten die weltweiten Börsen zum Jahresbeginn einbrechen lassen. Sollte der Ölpreis tatsächlich wieder zulegen, dürfte sich die Lage merklich entspannen. Dann könnten die Investoren wieder voll ins Risiko gehen. Schließlich sind ihre Cash-Bestände einer jüngsten Umfrage unter Fondsmanagern in den USA zufolge so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr.




Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com




DJG/bek/raz




(END) Dow Jones Newswires




February 19, 2016 07:56 ET (12:56 GMT)




Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.







 
Werte im Artikel
1.526 plus
+1,88%
0,91 plus
+0,22%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
10.662 minus
-0,23%
0,81 minus
-0,31%
1,09 minus
-0,34%
10.648 minus
-0,34%
117,45 minus
-0,40%
25.131 minus
-0,65%
25.040 minus
-0,81%
0,97 minus
-0,89%
1.085 minus
-0,96%
105,38 minus
-0,98%
2.721 minus
-1,03%
4.808 minus
-1,05%
6.520 minus
-1,09%
11.612 minus
-1,15%
11.614 minus
-1,36%
2.720 minus
-1,44%
25.01.18 , DAF
Der Dollar verliert gegen viele wichtige Währungen [...]
Die USA ist chronisch verschuldet, das drückt den Dollarkurs gegen alle wichtigen Währungen in die Knie. Doch ...
07.08.17 , DAF
Das Pfund Sterling schmiert ab - einmal mehr - de [...]
Billige Währung, hohe Inflation - also kein Grund für höhere Zinsen im Vereinigten Königreich. War ...
19.04.17 , DAF
Christoph Zwermann: Neuwahlen in Großbritannien t [...]
Politische Unsicherheiten und Risiken lassen den Aktienmarkt nahezu kalt. Dafür gibt es bei den Devisen heftige Schwankungen. ...