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BASF

WKN: BASF11 / ISIN: DE000BASF111

BASF-Aktie: Rekordjahr trotz Euro-Krise angepeilt


08.08.12 16:39
Aktienservice Research

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von BASF ein langfristiger Kauf.

Auch der weltweit größte Chemiekonzern BASF bekomme die negativen Folgen der andauernden Euro-Krise zu spüren. Doch die Ludwigshafener hätten sich bisher trotz des herausfordernden Umfeldes sehr gut schlagen und besser mit der aktuellen Konjunkturschwäche fertig werden können als die US-Branchenkonkurrenten DuPont und Dow Chemical.

Zwar sehe BASF im weiteren Jahresverlauf 2012 keine Verbesserung auf der Nachfrageseite, allerdings sollten Aspekte wie die wieder angelaufene Erdölproduktion in Libyen und sinkende Rohstoffkosten dafür sorgen, dass die Rekordergebnisse des Vorjahres beim Umsatz und EBIT vor Sondereinflüssen übertroffen würden. Zudem wolle das Unternehmen verstärkt in die Entwicklung neuer Produkte und das Geschäft in den Schwellenländern investieren, um unabhängiger vom europäischen Heimatmarkt zu werden und sich auch in Zukunft eine führende Stellung auf dem Weltmarkt zu sichern.

Beim Umsatz habe BASF im zweiten Quartal um 5,5% auf 19,5 Mrd. Euro zulegen können. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen sei um 11,3% auf 2,5 Mrd. Euro gestiegen. Allerdings sei beim Überschuss ein Rückgang um 15,5% auf 1,2 Mrd. Euro verzeichnet worden, womit auch die Analystenerwartungen verfehlt worden seien.

Auf das erste Halbjahr 2012 gesehen habe BASF einen Konzernumsatz von 40,1 Mrd. Euro erreicht. Dies bedeute eine Steigerung um 5,9% im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das EBIT vor Sondereinflüssen habe mit 5 Mrd. Euro um 1,1% über dem Wert des ersten Halbjahres 2011 gelegen. Der Überschuss sei um 23,6% auf 3,0 Mrd. Euro zurückgegangen.

Bei den Ergebnissen für das erste Halbjahr habe sich der Geschäftserfolg in den einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich gezeigt. Im Chemiegeschäft sei der Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres aufgrund der geringeren Absatzmengen zurückgegangen. Jedoch habe BASF in einigen anderen Segmenten große Erfolge verbuchen können. Im Bereich Agricultural Solutions habe das Unternehmen in allen Regionen steigende Absätze verzeichnet.

Zudem hätten höhere Verkaufspreise und positive Wechselkurseffekte zu einem Umsatz- und Ergebniswachstum geführt. Im Segment Oil & Gas habe BASF von den gestiegenen Absatzmengen, aber auch von höheren Gaspreisen profitiert. Weiterhin sei dem Konzern zugute gekommen, dass im zweiten Quartal in Libyen durchgängig Erdöl habe gefördert werden können, nachdem es zwischen Februar bis Oktober des Vorjahres einen Produktionsstopp gegeben habe. Außerdem habe sich der schwächere Euro positiv auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt.

Zu Beginn des Jahres habe sich BASF bei seiner Prognose für das Gesamtjahr geradezu euphorisch gezeigt. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen im ersten Halbjahr und der Erwartung, dass das wirtschaftliche Umfeld auch in der zweiten Jahreshälfte herausfordernd bleiben werde, habe sich BASF beim Ausblick für das Gesamtjahr nun ein wenig vorsichtiger geäußert. Demnach rechne der DAX-Konzern nicht mit einer Belebung der Nachfrage im zweiten Halbjahr im Vergleich zu den ersten sechs Monaten dieses Jahres.

Der BASF-Vorstandsvorsitzende Dr. Kurt Bock habe bei der Vorstellung der aktuellen Geschäftszahlen auf die zunehmenden konjunkturellen Risiken hingewiesen: "Unsere Kunden agieren weiterhin vorsichtig und reduzierten ihre Lagerbestände, auch in Erwartung möglicherweise fallender Verkaufspreise in Folge rückläufiger Rohstoffkosten."

Insgesamt erwarte BASF allerdings nach wie vor, dass beim Umsatz und EBIT vor Sondereinflüssen die Spitzenwerte für das Gesamtjahr 2011 übertroffen werden könnten. Dabei sollten vor allem die Wiederaufnahme der Ölproduktion in Libyen und eine möglicherweise bevorstehende Entspannung bei den Rohstoffkosten zur Erreichung der ambitionierten Ziele beitragen. Im Rekordjahr 2011 habe BASF einen Konzernumsatz von 73,5 Mrd. Euro erzielt. Beim EBIT vor Sondereinflüssen sei ein Wert von 8,6 Mrd. Euro ausgewiesen worden.

Dabei habe BASF mit dem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld teilweise besser fertig werden können als die Branchenkonkurrenz. Vor allem bei den beiden Konkurrenten aus den USA, DuPont und Dow Chemical, hätten sich die derzeitigen Schwierigkeiten der gesamten Branche bemerkbar gemacht. Dazu würden vor allem die Nachfrageschwäche in Europa und die steigenden Rohstoffkosten zählen, die nicht gänzlich an die Kunden weitergegeben werden könnten.

DuPont (ISIN US2635341090 / WKN 852046), der zweitgrößte Chemiekonzern der USA, habe im zweiten Quartal 2012 einen Gewinnrückgang verbuchen und gleichzeitig seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr etwas herunterschrauben müssen. Das Unternehmen habe einen Nettogewinn von 1,18 Mrd. US-Dollar bzw. 1,25 US-Dollar je Aktie erzielt. Im vergangenen Jahr habe noch ein Gewinn von 1,22 Mrd. US-Dollar oder 1,29 US-Dollar je Aktie zu Buche gestanden.

Beim Umsatz sei es um 7,2% auf 11,01 Mrd. US-Dollar nach oben gegangen. Allerdings sei man unter den Analystenerwartungen von 11,27 Mrd. US-Dollar geblieben. Aus diesem Grund rechne DuPont für das Gesamtjahr nur noch mit einem bereinigten EPS am unteren Ende der bisherigen Planspanne von 4,20 bis 4,40 US-Dollar. Auch der größte US-Chemiekonzern Dow Chemical habe im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen müssen.

Im Gegensatz zu BASF sei ein Umsatzrückgang verzeichnet worden. Der Nettogewinn habe sich auf 649 Mio. US-Dollar bzw. 55 Cents je Aktie belaufen, nachdem im Vorjahr ein Gewinn von 982 Mio. US-Dollar bzw. 84 Cents je Aktie erreicht worden sei. Der Umsatz sei um 9,6% auf 14,51 Mrd. US- Dollar gefallen. Neben einer schwachen europäischen Nachfrage und den hohen Rohstoffkosten habe Dow Chemical zusätzlich negative Währungseffekte zu beklagen gehabt.

Um den zukünftigen Geschäftserfolg und eine nachhaltige Entwicklung des Aktienkurses sicherzustellen, plane BASF, verstärkt in die Entwicklung neuer Produkte und den Ausbau des Geschäfts in den Schwellenländern zu investieren. Das Unternehmen habe sich das Ziel gesetzt, bis 2020 rund 30 Mrd. Euro mit Produkten zu verdienen, die nicht älter seien als zehn Jahre. Außerdem möchte BASF sein Geschäft in den Wachstumsmärkten wie Asien oder Amerika immer weiter ausbauen, um vom europäischen Heimatmarkt noch unabhängiger zu werden.

Dazu solle bis 2020 mehr als die Hälfte der Forschungsaktivitäten in Märkte außerhalb Europas fließen. Passend dazu habe BASF bekannt gegeben, dass das Unternehmen im Rahmen eines Joint Ventures mit dem chinesischen Erdgas- und Mineralölunternehmen Sinopec (ISIN CNE1000002Q2 / WKN A0M4XN) in einer Studie die Machbarkeit für den Bau einer gemeinsamen World-Scale-Anlage zur Produktion von Isononanol in China prüfen möchte. Isononanol werde als Rohstoff für die Produktion der nächsten Generation von Weichmachern eingesetzt. Dabei möchte BASF von der immer noch wachsenden chinesischen Nachfrage nach Weichmachern profitieren.

Die Euro-Krise sei auch am weltweit größten Chemiekonzern BASF nicht spurlos vorbeigegangen, jedoch habe das Unternehmen mit den Zahlen zum ersten Halbjahr gezeigt, dass es besser mit der Krise fertig werden könne als einige Branchenkonkurrenten. Außerdem habe die ambitionierte Jahresprognose bestätigt werden können, nach der BASF einige Spitzenwerte aus dem Vorjahr übertreffen möchte. Zudem punkte BASF mit einem anhaltenden Ausbau des Geschäfts in Wachstumsmärkten wie China.

Sollte das Unternehmen auch weiterhin die Folgen der Euro-Krise meistern und besser als die Konkurrenz abschneiden, könnte der jüngst gestartete Aufwärtstrend der Aktie neue Nahrung erhalten. Dabei habe das BASF-Papier im Monat Juli etwa 15% an Wert zulegen können. Auf das bisherige Jahr gesehen stehe immerhin ein Kursanstieg von etwas mehr als 10% zu Buche. Zudem könne die Aktie, trotz des jüngsten Aufstiegs, mit einem 2012er-KGV von 10,5 und einer Dividendenrendite von 4,3% im Vergleich zur Bewertung der Branchenkonkurrenz punkten.

Für die Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von BASF ein langfristiger Kauf. (Aktien Ausgabe 542 vom 08.08.2012) (08.08.2012/ac/a/d)

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